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Vor- und Nachteile der Ein- und Verkaufsdienste

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Hier werden die Vorteile und Nachteile des Online-Handels (E-Commerce) gegenüber dem traditionellen Handel untersucht. Die Vor- und Nachteile sind durch ihre Reihenfolge gewichtet, das heißt, die Punkte mit hohem Gewicht werden zuerst aufgeführt, die Punkte mit geringem Gewicht folgen weiter unten. Danach werden die Vor- und Nachteile gegeneinander abgewogen und ein Fazit gezogen. Der abschließende Satz nimmt Bezug auf den Vorteil mit dem größten Gewicht.

Diskussion

Vorteile (Mehrwerte) 

  • Einfache und gezielte Preis- und Leistungsvergleiche (regional, national und weltweit) schaffen eine bisher im traditionellen Handel nicht da gewesene Markttransparenz für den Verbraucher

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    Ein praktisches Beispiel hierfür sind die Preisvergleicher, bei denen man den Produktnamen und die Preisvorstellung vorgibt und wenige Sekunden nach dem Start der Suche eine nach Preisen sortierte Liste mit Online-Händlern bekommt, die das gewünschte Produkt günstig im Angebot haben. Ein guter Preisvergleicher gibt auch Auskunft darüber, welchen Service der betreffende Online-Shop seinen Kunden anbietet. Häufig haben Verbraucher nach einer Registrierung beim Preisvergleicher zusätzlich noch die Möglichkeit, eine eigene Bewertung über den jeweiligen Shop-Anbieter abzugeben, die dann später von anderen potentiellen Käufern mit in die Kaufentscheidung einbezogen werden kann. Ohne weiteres denkbar wäre auch ein zusätzlicher maschineller Vergleich der Serviceleistungen von allen oder bestimmten zuvor ausgewählten Online-Händlern. Somit ist es für den Käufer auf relativ einfache Art und Weise möglich, den am besten geeigneten Anbieter für das von ihm gewünschte Produkt zu finden. 
    Das Beispiel macht deutlich, daß der Verbraucher – im Gegensatz zum Anbieter, der nun einem wesentlich stärkeren Wettbewerbsdruck ausgesetzt ist – hier eine für ihn optimierte Situation vorfindet. 

  • Der Zugriff auf anbieter-unabhängige Informationen zu einem Produkt oder einer Dienstleistung wird stark verbessert

    Ein großer Vorteil des Interneteinkaufs gegenüber dem Einkaufsbummel vor Ort ist auch, daß man sich jederzeit mit wenigen Mausklicken neutrale Informationen zu einem Produkt oder einer Dienstleistung beschaffen kann. 
    Professionelle Testberichte zu Produkten und Dienstleistungen können meist kostenlos oder gegen ein geringes Entgelt, beispielsweise über das Internetangebot der Stiftung Warentest abgerufen und zur Kaufentscheidung herangezogen werden. Suchmaschinen und Suchkataloge helfen dabei, den Test für ein ganz bestimmtes Produkt oder eine ganz bestimmte Dienstleistung zu finden. Die Informationen können auf der heimischen Festplatte gespeichert und so zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt ohne Internetverbindung wieder abgerufen werden. Für das direkte Gespräch mit dem Verkäufer gibt es diese Möglichkeit nicht, so daß der Kunde bei späteren Unklarheiten gezwungen ist, diesen ein zweites oder ein drittes Mal zu bemühen. Darüber hinaus beschränkt sich in der Regel die fachlich fundierte Beratung auf die Produkte, die der Verkäufer selbst in seinem Sortiment hat.
    Neben den professionellen Testern gibt es für den Zugang zu anbieter-unabhängigen Informationen noch virtuelle Verbrauchergemeinschaften, über die Verbraucher sich gegenseitig beraten können. Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die zahlreichen Diskussionsforen, die bei einem wachsenden Teil von Hersteller-Homepages, virtuellen Marktplätzen und Online-Shops meist unter dem Menüpunkt "Community" zu finden sind.

  • Der Internethandel ist weitestgehend unabhängig von räumlichen und zeitlichen Grenzen

    Für die Verbraucher bedeutet dies, daß sie die Einkäufe von zuhause oder prinzipiell von jedem Ort mit Internetzugang aus und damit ohne Anfahrtswege und Parkplatzsuche tätigen können und in der Regel die Ware direkt vor die Haustür geliefert wird. Weiterhin ermöglichen die Handelsplattformen im Internet den Kunden, ihre Kaufwünsche unverzüglich zu befriedigen, da die Plattformen rund um die Uhr und 7 Tage die Woche geöffnet sind.

    Für viele Unternehmen bietet das Internet hervorragende Möglichkeiten, ihren Absatzmarkt auszuweiten. Ein praktisches Beispiel ist der Verkauf von Rest- und Sonderposten oder der Weiterverkauf von gebrauchten betrieblichen Wirtschaftsgütern über einen (weltweiten) virtuellen Marktplatz. Ein anderes Beispiel sind die Internetangebote vieler Radio- und Fernsehsender, die häufig auch einen eigenen Online-Shop anbieten, oder Verlage, die ihre Bücher kapitelweise via Internet verkaufen. 

    Kleinere und mittlere Unternehmen oder Existenzgründer können von der Tatsache profitieren, daß im Internet die zeitlichen und geographischen Vorteile (Standort) traditioneller Shops und Märkte an Bedeutung verlieren und damit Marktlücken entstehen und es relativ einfach und kostengünstig ist, einen eigenen Online-Versandhandel aufzuziehen. Beispielsweise kann die kleine Schreinerei, die besondere Möbelstücke von Hand fertigt, oder der Konditor, der besondere Spezialitäten zu bieten hat, nicht nur die Kunden der eigenen Region beliefern, sondern über einen Online-Versandhandel auch Kunden aus anderen Regionen von Deutschland oder gar Europa erreichen.
    Das Internet kann einem Unternehmen nicht nur helfen, den Absatzmarkt auszuweiten, sondern auch, die Materialkosten durch den preisgünstigen Einkauf auf internationalen Beschaffungsmärkten erheblich zu verringern und dadurch Standortnachteile zu kompensieren. Dies ist deshalb vor allem für die Unternehmen von Vorteil, die aufgrund der in Deutschland fehlenden Rohstoffe gezwungen sind, ihre Materialversorgung über ausländische Märkte sicherzustellen. Die Nutzung internationaler Beschaffungsmärkte hat aber nicht nur Kostenvorteile, sondern ermöglicht es den Unternehmen auch, durch die aktive Teilnahme die Stärken und Mängel der verschiedenen weltweiten Anbieter zu vergleichen, den weltweiten Fortschritt hautnah mitzuverfolgen, durch die Kommunikation mit den Lieferanten wichtiges Know-how zu erlangen und dadurch die Qualität ihrer Produkte zu verbessern.

  • Viele Geschäfte können über das Internet schneller, einfacher und direkter und dadurch mit weniger Zeit- und Kostenaufwand abgewickelt werden, die dabei gemachten Einsparungen können direkt über einen entsprechend geringeren Preis der Ware oder Dienstleistung an den Kunden weitergegeben werden

    Die Geschäfte können deshalb effizienter abgewickelt werden, weil mit Hilfe der Informations- und Kommunikationstechnologien des Internets die Informationen wesentlich schneller und einfacher präsentiert, aktualisiert und zwischen Kunde und Anbieter ausgetauscht werden können. Ein wesentlicher Vorteil der Online-Kommunikation ist, daß diese einfach protokolliert und leicht auffindbar archiviert und somit im Streitfall als Beweismittel herangezogen werden kann. Diese Möglichkeit ist beispielsweise beim direkten Gespräch nicht gegeben.
    Wird das betriebliche Warenwirtschaftssystem und die Logistik des Unternehmens mit dem Online-Shop und/oder dem virtuellen Marktplatz direkt verbunden, so kann der gesamte Geschäftsverkehr elektronisch geführt und so Geschäftsprozesse optimiert werden. 

    Hinweis
    Ein Warenwirtschaftssystem liefert genaue Zahlen über die aktuellen Lagerbestände und Kundenbedürfnisse und macht damit große Lagerbestände überflüssig.

    In elektronischer Form vorliegende Daten können für verschiedene Geschäftsabläufe immer wieder genutzt werden. Die Eingabe von Daten in (standardisierte) Formulare, beispielsweise das Bestellformular des Online-Shops, kann durch automatische Prüfroutinen überwacht werden, um so fehlerhafte Eingaben zu verhindern. Elektronische Schreibhilfen wie etwa automatische Übersetzungsroutinen, Rechtschreibüberprüfungen und die Thesaurus-Funktion helfen dem Mitarbeiter bei seiner Arbeit. Der schnelle Zugriff auf die im Internet (Intranet, Extranet) zentral bereitgestellten Informationen (Vorschriften, Normen, Gesetze,…) spart Zeit, die dann für andere wichtigere Aufgaben zur Verfügung steht. 
    Die elektronisch geführte Bestellung (online an 7 Tagen die Woche und 24 Stunden am Tag möglich) ersetzt die manuelle Erfassung von Entnahmescheinen und ermöglicht, daß die Daten der Lagerverwaltung maschinell auf dem aktuellen Stand gehalten werden. Weiterhin kann der Besteller jederzeit die Verfügbarkeit eines Artikels und die voraussichtliche Lieferzeit selbst (online) abfragen. Der Lagerbestand wird elektronisch überwacht und, falls Defizite erkannt werden, automatisch nachgefüllt. Dies geschieht über eine entsprechende Datenverbindung zu externen Lieferanten, deren Systeme die maschinell geführte Bestellung entgegennehmen und die so angeforderten Produkte liefern. 
    Im Prinzip könnten die Lagerbestände aber auch auf wenige gut gehende Produkte reduziert werden welche erst bei Bedarf direkt vom Hersteller oder Großhändler für das Unternehmen selbst oder den Kunden angefordert werden. 
    Für die Hersteller eröffnet der Online-Handel auch die Möglichkeit, den Handel direkt mit dem Kunden zu betreiben. Damit verringern sich die Zwischenhandelsstationen (Hersteller – Großhändler – Einzelhändler); die so gewonnene Handelsspanne kann der Anbieter durch geringere Produktpreise an den Kunden weitergeben. 

  • Das Internet bietet zahlreiche Möglichkeiten, das Produkt- und Dienstleistungsangebot durch attraktive Serviceleistungen zu erweitern 

    Eine Möglichkeit hierzu wären nützliche Linksammlungen rund um das betreffende Produkt- oder Dienstleistungsangebot. Ein Küchengeräte-Hersteller könnte beispielsweise auf Internetangebote zu kostenlosen Kochrezepten verweisen, das Online-Reisebüro könnte interessante Websites mit Informationen zu den Zielregionen nennen oder einen virtuellen Rundgang durch das betreffende Hotel anbieten und der Hardware-Hersteller entsprechende Testberichte und Diskussionsforen in seine Linksammlung aufnehmen. Dadurch wird der Kunde zwar auf andere Internetangebote manövriert; erfährt er dort jedoch durch die Testberichte und die Meinungen anderer Verbraucher, daß die Produkte oder Dienstleistungen tatsächlich gut sind, so kehrt er höchstwahrscheinlich zum Kauf entschlossen zurück.
    Noch besser, als auf externe Angebote zu verweisen, ist natürlich, diese selbst anzubieten. Eine gut besuchte Community mit interessanten Beiträgen, in denen sich die Mitglieder gegenseitig beraten und die in geeigneter Weise moderiert wird, schafft Vertrauen und zeigt, daß der Anbieter seinen Kunden einen besonderen Service bieten möchte. 

  • Der Anbieter kann dem Kunden ganz individuelle Angebote unterbreiten und schafft somit mehr Kundennähe und damit eine höhere Kundenbindung

    Dazu muß der Anbieter entweder das Kaufverhalten des Kunden analysieren, während er die Handelsplattform durchstöbert, oder der Kunde gibt seine Interessen und Neigungen direkt über ein entsprechendes Formular an. Dieses persönliche Profil dient dann dazu, um für den Kunden aus dem gesamten Angebot nur die Inhalte aus der Datenbank des Online-Shops oder Marktplatzes herauszusuchen, die ihn wirklich interessieren. Im traditionellen Handel wäre das vergleichbar mit einem Ladenanbieter, der sein Warenangebot immer genau auf einen bestimmten Kunden ausrichtet. Der Vorteil für den Kunden ist hierbei, daß er weniger Zeit- und Arbeitsaufwand damit hat, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen, der Nachteil ist, daß er anderweitige interessante Angebote nicht zufällig finden kann. Nutzt der Anbieter das Wissen, das er durch die Einkaufsanalysen gewinnt, ernsthaft für einen verbesserten Service und eine persönliche Ansprache, so erhöht dies  einerseits die Attraktivität des Angebots und sorgt andererseits für eine erhöhte Kundenbindung.

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    Eine besondere Serviceleistung, die sich aus Kostengründen vor allem für das Internet eignet, ist, dem Kunden maßgeschneiderte Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Hier sind beispielsweise der selbstkonfigurierbare PC, die individuelle Musik-CD, die nur die Lieblingstitel enthält, das maßgeschneiderte Möbelstück oder der Download einzelner Kapitel eines Fachbuchs bzw. Artikel einer Fachzeitschrift zu nennen.

  • Ein umfangreiches Produkt- und Dienstleistungsangebot kann einfach, schnell und gezielt durchsucht werden

    Ein praktisches Beispiel hierfür ist die Handelsplattform von Amazon, wo man aus Hunderttausenden von Buch- und Musiktiteln ganz gezielt die Titel des Lieblingsautors und -musikers heraussuchen und mit einem Klick die gewünschten Lese- und Hörproben abrufen kann.

  • Das Internet bietet ein großes Sortiment an gängigen, aber auch an ausgefallenen Produkten und Dienstleistungen

    Im Internet kann, angefangen von einem riesigen Hardware-, Bücher- und CD-Angebot, über die Flasche Whisky aus Schottland und den Allgäuer Bergkäse bis hin zum Wasserbetten-Selbstbausatz oder der Musik-CD, die auf der Homepage eines Heimmusiker zum Verkauf angeboten wird, nahezu jedes erdenkliche Produkt gefunden und gekauft werden – dieses vielfältige Angebot gilt natürlich auch für die Dienstleistungen. Es sind also nicht nur die gängigen Waren (Bücher, Musik-CD's,…) und Dienstleistungen (Finanzdienstleistungen, Reiseanbieter,…), die das Internet für den Handel attraktiv machen, sondern gerade auch die ausgefallenen, die sonst möglicherweise gar nicht zu bekommen sind.  

  • Das Produkt- und Dienstleistungsangebot kann zu jeder Zeit und auf einfache Art und Weise aktualisiert werden

    Der Anbieter kann die Preise seiner über einen Online-Shop angebotenen Produkte jederzeit auf den aktuellen Stand bringen und ausverkaufte Waren vom Sortiment streichen. So entfällt der ständige Neu-Druck von Katalogen und der Kunde erfährt beim Besuch des Online-Shops immer den brandaktuellen Preis des gewünschten Artikels und ob und wann dieser lieferbar ist. Man denke hierbei an die Computer-Branche, wo häufig Tagespreise für Hard- und Software gelten.

  • Vor allem komplexe Produkte können, einen schnellen Internetzugang (DSL, Satellit,…) vorausgesetzt, durch die multimedialen Möglichkeiten des Internets (Kombination von Texten, Graphiken, Animationen, Ton und Videos) kundenfreundlich erklärt werden

    Ein praktisches Beispiel wäre die Erklärung eines komplexen elektronischen Geräts durch eine visuelle Animation und gesprochenem Text, wo der Anwender zusätzlich auch selbst in die gezeigte Funktionsbeschreibung eingreifen kann, um beispielsweise die Reaktion des Geräts auf einen bestimmten Tastendruck zu sehen. Die Ablaufgeschwindigkeit der visuellen Animation kann dabei, natürlich ohne Ton, jederzeit verändert werden. Weiterhin sollte es möglich sein, die Animation jederzeit anzuhalten und mit beliebiger Häufigkeit zu wiederholen. Technisch machbar wäre es natürlich auch, das elektronische Gerät mit der Maus schrittweise zu zerlegen, durch einen Klick auf die jeweiligen Bauteile den betreffenden Erklärungstext anzuzeigen und das Gerät nach der vollständigen Zerlegung wieder in der richtigen Reihenfolge (ansonsten erscheint eine Fehlermeldung) zusammenzusetzen.
    Mit Hilfe einer Zoomfunktion wäre es auch möglich, einen besonders interessanten Ausschnitt eines Bildes zu markieren und dann entsprechend zu vergrößern, beispielsweise um die Verarbeitungsqualität eines Produkts zu prüfen. 
    Ein anderes Beispiel wäre die virtuelle Beschreibung eines Urlaubsortes, den der Anwender zuvor auf der Homepage des Reiseanbieters ausgewählt hat. Dies könnte beispielsweise durch Videos realisiert werden, die es dem Anwender ermöglichen, sich den Strand und die Ferienanlage  anzusehen oder das Hotelzimmer zu betreten, wie wenn er selbst vor Ort wäre.

Nachteile

  • Die harten Preiskämpfe, die das Internet durch den (inter)nationalen Konkurrenzkampf anstachelt, führen dazu, daß Service und Beratung auf der Strecke bleiben und viele, vor allem kleinere Anbieter, vom Markt gedrängt werden

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    In dem vordergründigen Vorteil, daß bislang nur regional wirtschaftende Unternehmen über das Internet auch national oder sogar international tätig werden können, liegt hintergründig auch eine große Gefahr des Online-Handels verborgen. Da das Unternehmen nun im Internet präsent ist und wie viele andere auch mit einem Klick von jedem Ort der Welt (Internetzugang vorausgesetzt) erreichbar ist, können die alten wie die neuen Kunden die Preise und Leistungen unmittelbar mit ähnlichen Angeboten aus dem In- und Ausland vergleichen. Das Unternehmen ist also nur einen Mausklick weit vom anderen entfernt und plötzlich einer weltweiten Konkurrenz ausgesetzt. Solch ein Preis- und Leistungsvergleich ist allerdings nur dann gerecht, wenn in den betreffenden Ländern auch die gleichen wirtschaftlichen Bedingungen (Löhne, Gesetze, Steuern, Umweltschutzauflagen,…) vorherrschen. 

    Dem Preis- und Leistungsvergleich könnte man gegensteuern, indem man diese nur auf eine schriftliche Anforderung hin herausgibt. Man sollte aber dabei nicht vergessen, daß man als Unternehmen vor allem dann langfristig vom Internethandel profitieren kann, wenn man seine Preise und die dafür gebotenen Leistungen offen legt, denn wer hat schon so viel Zeit, die Preise und Leistungen aller relevanten Unternehmen aus der Region durch Einzelanfragen zu vergleichen, geschweige denn die aller im Internet vertretenen Anbieter zu recherchieren. Ein möglicher Ausweg wäre hier vielleicht, das geeignete Unternehmen über eine Ausschreibung zu suchen. 
    Für die Hersteller eröffnet der Online-Handel auch die Möglichkeit, den Handel direkt mit dem Kunden zu betreiben und so die Produkte günstiger anzubieten. Dies führt allerdings dazu, daß zahlreiche Einzelhändler aus dem Markt gedrängt werden und mit ihnen auch wichtige Service- und Beratungsdienste verschwinden.  Ein wirklich vertrauenswürdiger Händler trifft aber für den Kunden eine Vorauswahl an qualitativ hochwertigen und preisgünstigen Produkten und ermittelt im Rahmen eines Beratungsgesprächs zusammen mit dem Kunden das am besten geeignete Produkt. Häufig bietet er zusätzlich noch besondere Service-Leistungen, wie beispielsweise eine verlängerte Garantiezeit oder einen Vor-Ort-Service. Fehlt der Einzelhändler, dann muß der Kunde selbst in der Lage sein, die Qualität eines Produkts zu bewerten und das für seinen Anwendungszweck am besten geeignete und zudem noch preisgünstige Produkt zu finden. Dies ist aber bei dem häufig sehr umfangreichen Angebot nur für sehr versierte Kunden möglich. Viele haben einfach nicht die Zeit, sich das Wissen anzueignen, das notwendig ist, um die wichtigen Kaufkriterien zu kennen. Der direkte Handel zwischen Hersteller und Kunde und die damit möglichen Einsparungen kommen also vor allem den versierten Kunden zugute, nicht aber denen, die auf die Beratung und den Service der Einzelhändler vor Ort angewiesen sind.

    Ein besonders extremes Beispiel, wie ein Preiskampf im Internet geführt werden kann, zeigt das At-Cost-Modell, bei dem Waren zu den Selbstkosten verkauft werden, und die Gewinne durch Werbeeinlagen auf dem Internetangebot erwirtschaftet werden.
    Noch problematischer ist der bewußt geführte Preiskrieg, bei dem große Unternehmen, die viel Geld in der Hinterhand haben, ihr Produkt solange unter Preis verkaufen, bis kleineren, finanzschwachen Unternehmen buchstäblich die Luft ausgeht, da sie im Gegensatz zu den anderen darauf angewiesen sind, mit ihren Produkten Gewinne zu erwirtschaften, und die so langfristig vom Markt gedrängt werden. Der Preiskampf dauert solange, bis nur noch wenige Anbieter übrig bleiben, die dann durch die jetzt fehlende Konkurrenz die Preise wieder in die Höhe treiben und jetzt umso mehr verdienen. Bevor die kleineren Anbieter aber endgültig vom Markt gedrängt werden, versuchen sie die entgangenen Gewinne dadurch zu kompensieren, daß sie am Service und der Beratung für ihre Produkte sparen. 

  • Um die Mehrwerte, die der Online-Handel bietet, auf sicherem Wege nutzen zu können, muß man über ein spezielles Fachwissen verfügen

    Wer im Internet sicher ein- oder verkaufen möchte, muß im Gegensatz zum traditionellen Handel über spezielle Fachkenntnisse verfügen. Nur so kann sich der Verbraucher vor zweifelhaften Angeboten schützen und der Händler verhindern, daß er selbst unbewußt solche in seinem Sortiment hat.  

    Neben speziellen technischen Kenntnissen, etwa wie ein Schutzprogramm installiert wird, mit dem der Verbraucher sich vor gefährlichen Dialern schützen kann, oder wie der Anbieter für seine Kunden eine sichere Bezahlungsmöglichkeit bereitstellen kann, sollte man auch entsprechende Fachkenntnisse über die wichtigsten gesetzlich vorgeschriebenen Rechte und Pflichten besitzen. Der Verbraucher sollte beispielsweise wissen, welche wichtigen Punkte es beim Lesen einer AGB und einer Privacy Policy zu beachtet gilt, und der Anbieter sollte seine Informationspflichten kennen und erfüllen. Wer im Internet einkauft, sollte vor der endgültigen Bestellung sicherstellen, wer den Transport der Ware bezahlt, wie viel dieser genau kostet und wie und wann das betreffende Produkt bezahlt werden soll. Dazu sollte man wissen, welche wichtigen (Online)-Zahlungsarten es gibt, wie sie prinzipiell funktionieren und wie sicher sie im einzelnen sind. Außer der Bezahlung und dem Versand sind natürlich auch Gewährleistungsrechte, Rückgabe- und Widerrufsrechte und vom Anbieter zugesicherte Garantieansprüche von großer Bedeutung. 

    Notwendig sind diese Kenntnisse deshalb, weil der Online-Handel durch die Mehrwerte, die er durch den zeit- und vor allem ortsunabhängigen Ein- und Verkauf bietet, zwangsläufig auch mit ganz speziellen Problemen konfrontiert ist, die im Laden um die Ecke nur eine geringe oder gar keine Rolle spielen. 

    Im einzelnen sind dies:

    • die Verletzung der Informationspflicht, die der Händler gegenüber dem Käufer hat
    • die Verletzung des Schutzes der persönlichen Daten des Kunden
    • der fehlende Identitätsnachweis der (Kauf)-Vertragspartner und die dadurch fehlende eindeutige Rechtslage bei Vertragsabschlüssen ohne handschriftliche Signatur
    • Zahlungsschwierigkeiten
    • Liefer-, Gewährleistungs- und Garantieschwierigkeiten und Nichteinhaltung des Widerrufs- und Rückgaberechts
    • keine oder eingeschränkte Gültigkeit der deutschen Gesetze und Regelungen beim Einkauf der Waren inner- und außerhalb der EU-Grenzen

    Dies bestätigen auch zahlreiche Untersuchungen der Stiftung Warentest, bei denen unter anderem folgende Mängel festgestellt wurden:

    • die gesetzliche Informationspflicht wird nicht eingehalten, beispielsweise ist nicht klar erkennbar, wo die Hinweise auf die Verbraucherrechte zu finden sind, oder die Angaben zum Anbieter sind unzureichend
    • die AGB's sind unverständlich geschrieben und die Angaben zum Datenschutz (Privacy Policy) häufig zu ungenau oder fehlen ganz
    • sensible Kundendaten wie Kreditkarten- oder Kontoinformationen werden unverschlüsselt oder zu schwach verschlüsselt zum Server des Anbieters übertragen
    • zur Bestellung muß der Download und die Ausführung aktiver Inhalte erlaubt werden
    • Angaben zur Kreditkarte werden auf der E-Mail zur Einkaufsbestätigung unverschlüsselt aufgeführt
    • die Ware wird nicht oder zu spät geliefert, das abgebuchte Geld wird zwar bei Nichtlieferung der Ware zurücküberwiesen, aber nicht selten erst nach geraumer Zeit
    • der Gesamtpreis inklusive Versandkosten, Zöllen und Einfuhrumsatzsteuer ist nicht eindeutig erkennbar

    Zu den vorher genannten Mängeln im Online-Handel gesellen sich, wie im traditionellen Handel auch, zahlreiche Betrüger, die dem unvorsichtigen Verbraucher das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Das reicht von großartigen Angeboten, mit denen Kunden bei Online-Auktionen zur Bezahlung per Vorkasse verleitet werden, die Produkte dann aber nie oder in anderer Weise als gewünscht beim Empfänger ankommen, und geht über zweifelhaft zustande gekommene Knebelverträge mit überlangen Kündigungsfristen, Kreditkartenbetrügereien und vielversprechenden Reiseangebote, die sich als Desaster erweisen, bis hin zu Dialern, die ungefragt teure 0190-er Nummern anwählen, und geheimnisvollen Medikamenten, bei denen kein (wissenschaftlicher) Nachweis besteht, daß sie wirklich heilen.

  • Wegen des fehlenden direkten Kontakts ist es schwierig, ein Vertrauensverhältnis zwischen Käufer und Verkäufer aufzubauen

    Käufer und Verkäufer sind beim Kauf der Ware nicht gleichzeitig anwesend und können deshalb kein Vertrauen von Angesicht zu Angesicht aufbauen. Dieses Problem kommt vor allem bei Geschäften zwischen Unternehmen zum Tragen, da die Geschäfte oft auf persönlichen Vertrauensbeziehungen beruhen.

  • Die individuelle Beratung des Kunden per Fernkommunikation gestaltet sich schwierig

    In der Regel sollte der Kunde im Internet eine Vorstellung davon haben, was er zu welchem Preis kaufen möchte, da eine persönliche Beratung, wie sie im Fachgeschäft üblich ist, häufig fehlt bzw. aus den Produktbeschreibungen entnommen werden muß. Im Laden um die Ecke wird der Kunde durch einen qualifizierten Fachverkäufer beraten, dem er direkte Rückfragen stellen und auftretende Verständnisschwierigkeiten durch Mimik und Gestik beseitigen kann. Was also für die individuelle Beratung des Kunden vor Ort selbstverständlich ist, kann via Fernkommunikation nur mit großem technischen Aufwand ansatzweise nachgebildet werden. Die Fernberatung steckt noch in den Kinderschuhen und es bedarf noch großer Anstrengungen, um die hierfür notwendigen Technologien (Softwareagenten, die auf die Wünsche und Fragen der Kunden reagieren und Kaufempfehlungen geben) zu entwickeln und die entsprechenden Kompetenzen des Personals so aufzubauen, damit diese die Technik auch sinnvoll zur Beratung nutzen können.

  • Die Ware kann nicht mit den Händen angefaßt, ausprobiert und vor Ort geprüft werden

    Es gibt zwar für den Kunden die Möglichkeit, das Produkt zur Ansicht liefern zu lassen, nimmt er es allerdings nicht, so muß er in der Regel die Kosten für den Rücktransport selbst tragen.

  • Der ortsunabhängige Einkauf bedingt einen obligatorischen Transport der Ware zum Kunden

    Das Produkt kann nicht, wie beim traditionellen Einkauf, sofort bezahlt und mitgenommen werden, sondern muß per Fernkommunikation bestellt und durch ein Versandservice-Unternehmen zum Kunden geliefert werden. Deshalb ist der Online-Kauf im Gegensatz zum Ladenkauf meist mit zusätzlichen Zahlungs- und/oder Versandkosten und obligatorischen Lieferzeiten verbunden, deren Angabe man dann im Online-Shop findet – anstelle der gefüllten Regale im Laden um die Ecke.

Fazit

Um die genannten Vor- und Nachteile und deren Bedeutung für die Anbieter und die Kunden besser beurteilen zu können, ist es sinnvoll, deren unterschiedliche Forderungen an einen optimalen Handel zu untersuchen. 

Die Kunden möchten eine möglichst hohe Transparenz der Preise und Leistungen der verschiedenen Anbieter des von ihnen gewünschten Produkts oder der benötigten Dienstleistung. Die persönliche, anbieter-unabhängige Beratung sollte möglichst durch einen qualifizierten, freundlichen Menschen erfolgen. Weiterhin möchten die Kunden aus einem großen Waren- und Dienstleistungssortiment auswählen können, unverzüglich bedient werden und sich vom jeweiligen Anbieter persönlich behandelt fühlen, jedoch nichts über ihr Privatleben preisgeben müssen. 

Die Anbieter möchten die Geschäfte schnell, einfach und direkt und dadurch mit weniger Zeit- und Kostenaufwand abwickeln. Weiterhin möchten die Anbieter ihre Kunden an sich binden und ihnen lediglich eine Auswahl der eigenen Produkte anbieten. 

Sowohl die Kunden als auch die Anbieter möchten die angebotenen Produkte und Dienstleistungen möglichst ortsunabhängig und 7 Tage die Woche rund um die Uhr kaufen bzw. anbieten können.

Vergleicht man nun die vorher beschriebenen Vorteile mit den eben genannten Forderungen der Anbieter und der Kunden, so stellt man fest, daß der Online-Handel das Potential hat, viele dieser Forderungen zu erfüllen und damit bei richtiger Umsetzung durch den Anbieter vom Kunden akzeptiert wird. Weiterhin lassen die Nachteile (die nicht vollständig beseitigt werden können) den Schluß zu, daß der elektronische Handel den traditionellen zwar sinnvoll ergänzt, nicht aber ersetzen kann und auch nicht soll. Der konventionelle Versandhandel dagegen wird durch die Informations- und Kommunikationstechnologien des Internets entscheidend verbessert (wesentlich einfachere Geschäftsabwicklung). 

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Um jedoch diese Ziele erreichen zu können, gehört nicht nur, daß die genannten Vorteile (Mehrwerte) von den Anbietern richtig genutzt werden, sondern auch, daß an der Beseitigung bzw. Entschärfung der Nachteile weitergearbeitet wird. 

Der wohl schwerwiegendste Nachteil ist der, daß der harte Wettbewerb, dem die Anbieter im Internet ausgesetzt sind, langfristig dazu führt, daß der Service und die Beratung auf der Strecke bleiben und darüber hinaus viele vor allem kleinere Anbieter vom Markt gedrängt werden. Der gewichtigste Vorteil (die hohe Markttransparenz) kann sich also, wie bereits ausführlich beschrieben, langfristig zum größten Nachteil für den Verbraucher entwickeln, da der einfache und gezielte Preis- und Leistungsvergleich den (inter)nationalen Konkurrenzkampf anstachelt. 

Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, daß der harte Wettbewerb dazu führt, daß sich im Internet vor allem jene Anbieter durchsetzen können, die günstige Angebote für Massenware unterbreiten und einen Kundenkreis bedienen, der mit wenig Beratung auskommt. Im traditionellen Geschäftsbereich dagegen behaupten sich die Anbieter von Massenware, die ihren Kunden überdurchschnittlich gute Service- und Beratungsdienste bieten können. Dies hätte für den fachkundigen Verbraucher den Vorteil, daß er die benötigten Produkte und Dienstleistungen wesentlich günstiger einkaufen kann, und für den weniger versierten Kunden steht ein verbessertes Service- und Beratungsangebot im traditionellen Handel zur Verfügung. 
Entsprechende Studien behaupten, daß kleine Internet-Händler, die mit Massenware handeln, nur einen geringen Markanteil haben werden, weil diese Händler weder den Preiskämpfen gewachsen sind, noch das Geld dazu haben, sich mit groß angelegten Werbeaktionen, beispielsweise auf beliebten Portalen, bekannt zu machen. Für die kleinen Anbieter von besonderen, einzigartigen Produkten und Dienstleistungen, wie beispielsweise die Herstellung maßgeschneiderter Produkte und Dienstleistungen oder kreative Eigenentwürfe, bietet das Internet allerdings sehr gute Möglichkeiten, ihren Absatzmarkt auszuweiten.  

Ein weiterer gewichtiger Nachteil des Online-Handels gegenüber dem traditionellen Handel ist, daß man sich zuerst ein spezielles Fachwissen aneignen muß, bevor man die Mehrwerte, die der Ein- oder Verkauf via Internet bietet, auf sicherem Wege nutzen kann. Praktische Beispiele dieser Kenntnisse und die Ursachen, warum dieses spezielle Fachwissen erforderlich ist, wurden bereits genannt. Was im einzelnen mit den Fachkenntnissen gemeint ist, wurde unter "Sicher ein- und verkaufen" und "Bewertungskriterien für Online-Handelsplattformen" beschrieben. 

Virtuelle Handelsräume, die die dort genannten Bewertungskriterien erfüllen, erleichtern dem Kunden den Einkauf im Internet und werden ihn dazu bewegen, wieder zu kommen, so daß also vor allem die Anbieter aufgefordert sind, solche virtuellen Marktplätze und Online-Shops bereitzustellen. Dazu gehören allerdings neben dem entsprechenden finanziellen Hintergrund auch umfangreiche Fachkenntnisse, über die man natürlich vor der Eröffnung eines virtuellen Versandhandels verfügen sollte. Der Anbieter, der nicht bereit ist oder schlicht keine Zeit hat, sich das notwendige Fachwissen anzueignen, sollte sich dieses zumindest von einem externen Experten einkaufen, bevor er seinen Internetauftritt in die Tat umsetzt.

Sieht man sich allerdings in der virtuellen Einkaufswelt um, dann stellt man fest, daß viele der angesprochenen Mehrwerte, die der Online-Handel zu bieten hat, von den Anbietern noch gar nicht oder nur ungenügend genutzt und dem Kunden verfügbar gemacht werden, und daß die Handelsplattformen Mängel aufweisen, die beim Vorhandensein entsprechender Fachkenntnisse eigentlich nicht sein müßten. Bei vielen Online-Shops und virtuellen Marktplätzen hat man den Eindruck, daß es sich um Testversuche von Anbietern handelt, die das Medium "Internet" erst erforschen. 

Das beginnt bereits bei der Kundenbegrüßung durch eine nichtssagende Startseite, anstatt daß diese dazu genutzt wird, einen kurzen Überblick darüber zu geben, welche Produkte und Dienstleistungen auf der Handelsplattform für welche Zielgruppe angeboten werden und wie man das gewünschte Produkt oder die Dienstleistung am schnellsten findet. Weiterhin fehlt es häufig an guten Suchmaschinen (Volltextsuche), mit denen das gesamte Produktangebot einfach und schnell durchsucht werden kann und es so dem Kunden, der bereits weiß, was er möchte, erspart, sich mühselig durch die Kategorien eines Suchkatalogs zu hangeln. Hat man das gewünschte Produkt gefunden und möchte es nun kaufen, dann möchte man natürlich wissen, welche Vertragsbedingungen mit dem Kauf verbunden sind und wie die vertraulichen Daten (Kontodaten, Postadresse,…), die man preisgeben muß, geschützt werden. Nicht selten findet man weder die allgemeinen Geschäftsbedingungen noch den Link zur Datenschutzerklärung, und wenn man sie doch gefunden hat, sind sie viel zu kompliziert geschrieben oder zu allgemein formuliert. Die Bestellung selbst muß oft genug mit umständlichen Bestellformularen durchgeführt werden oder man stellt am Ende fest, daß die mühsam eingegebenen Bestelldaten, aus welchen Gründen auch immer, nicht zum Server des Anbieters übertragen werden. Gibt man an dieser Stelle nicht auf, dann bleibt einem im Prinzip nichts anderes übrig, als die Bestellseite auszudrucken und als Brief oder Fax zu versenden. Daß man sich als Neukunde bei jedem Anbieter registrieren muß, ist zwar umständlich, aber beim derzeitigen Stand der Technik noch akzeptabel, nicht aber, daß man diese Prozedur auch als bereits bekannter Kunde wieder über sich ergehen lassen muß. 

Ist der Bestellauftrag beim Anbieter angekommen und bestätigt worden, dann hofft man natürlich, daß die Produkte zur vorher angegebenen Lieferzeit zuhause ankommen. Auch hier kann man herbe Enttäuschungen erleben, beispielsweise daß man anstatt der bestellten Ware ein Benachrichtigungsschreiben der Post im Briefkasten findet und man das Päckchen dann zu den üblichen Schalteröffnungszeiten bei der nächstgelegenen Poststelle abholen muß, oder, noch schlimmer, daß die Lieferung wesentlich später zuhause eintrifft, als es vom Anbieter versprochen wurde oder nicht die gewünschte Ware ankommt.

Neben den eben genannten vermeidbaren Mängeln gibt es noch viele generelle Probleme zu lösen, damit der elektronische Handel in Schwung kommt. Eine Voraussetzung für den reibungslosen Geschäftsverkehr im Online-Handel sind weltweit, zumindest aber europaweit einheitliche rechtliche und technische Standards, die derzeit allerdings noch nicht ausreichend vorhanden sind. Dies betrifft vor allem folgende Schwierigkeiten: 

  • der fehlende Identitätsnachweis der (Kauf)-Vertragspartner und die dadurch fehlende eindeutige Rechtslage bei elektronischen Vertragsabschlüssen ohne handschriftliche Signatur
  • die Informationspflicht, die der Händler gegenüber dem Käufer hat
  • der Schutz der persönlichen Daten des Kunden und die Sicherheitsbedenken gegenüber dem elektronischen Datenaustausch
  • die Sicherheitsbedenken gegenüber dem elektronischen Zahlungsverkehr
  • Liefer-, Gewährleistungs- und Garantieschwierigkeiten und das Widerrufs- und Rückgaberecht
  • keine oder eingeschränkte Gültigkeit der deutschen Gesetze und Regelungen beim Einkauf der Waren inner- und außerhalb der EU-Grenzen
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Viele und vor allem die schwerwiegendsten der genannten Schwierigkeiten könnten durch die praktikable Umsetzung der elektronischen Signatur in Verbindung mit einer sicheren Verschlüsselung der auf elektronischem Wege ausgetauschten Daten gelöst werden. 
Die elektronische Signatur dient dabei zum eindeutigen Nachweis der Identität und der Willenserklärung der betreffenden Handelspartner und stellt sicher, daß die auf elektronischem Wege ausgetauschten Daten unterwegs nicht während des Transports verändert wurden (Integrität). Damit ermöglicht die elektronische Signatur den rechtsgültigen und beweiskräftigen Vertragsabschluß auf elektronischen Wege. Die Verschlüsselung der Daten gewährleistet, daß diese nur vom rechtmäßigen Empfänger gelesen werden können (Vertraulichkeit).

In Bezug auf die vorher genannten Schwierigkeiten würde dies folgendes bedeuten:

  • Das Problem mit dem fehlenden Identitätsnachweis der (Kauf)-Vertragspartner und der dadurch fehlenden eindeutigen Rechtslage bei elektronischen Vertragsabschlüssen ohne handschriftliche Signatur wird vollständig beseitigt.
  • Ob der Händler die Informationspflicht, die er gegenüber dem Käufer hat, erfüllt, kann vom Kunden leicht überprüft werden. Dazu werden die wichtigen und standardisierten Informationen (hiermit sind auch leicht verständliche und rechtlich einwandfreie AGB's und die Datenschutzerklärungen gemeint) direkt in das elektronische Zertifikat (digitaler Personalausweis) des Händlers, in das auch die elektronische Signatur eingebunden ist, integriert. Die Informationen können dann soweit als möglich elektronisch überprüft werden und der Rest kann vom Kunden mit wenigen Mausklicken angezeigt und manuell kontrolliert werden.  
  • Der Schutz der persönlichen Daten des Kunden könnte zumindest hinsichtlich seiner Zahlungsinformationen verbessert werden. Ein praktisches Beispiel hierfür bietet das Zahlungsverfahren "SET", bei dem der Händler und die Abrechnungsstelle jeweils nur die für sie notwendigen Informationen erhalten. Der Händler bekommt keine Kartendaten und die Abrechnungsstelle keine Bestellinformationen. Elektronische Signaturen belegen die Verbindlichkeit des Kundenauftrags und die Gültigkeit der Kartendaten.
  • Die Sicherheitsbedenken gegenüber dem elektronischen Zahlungsverkehr und dem elektronischen Datenaustausch können, wenn auch mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden, langfristig dadurch beseitigt werden, daß sich die entwickelten rechtlichen und technischen Standards zur elektronischen Signierung und Verschlüsselung der Daten auch nach einigen Jahren Praxiseinsatz bewähren. 

Ein weiterer angenehmer Nebeneffekt wäre, daß man sich im Prinzip das lästige Registrieren als Neukunde sparen könnte. Dieses Problem besteht vor allem dann, wenn man im Internet genauso einkaufen möchte wie im realen Leben, also schnell und einfach in einem beliebigen Shop. Der Vergleich zeigt, daß dies im Internet derzeit noch nicht möglich ist; man denke hier an den Kauf eines Computers, dessen Komponenten aufgrund professioneller Testberichte ausgewählt und nach einem anschließenden Preisvergleich bei den jeweils günstigsten Online-Shops gekauft werden sollen. In Verbindung mit einer elektronischen Signatur wäre folgendes Szenario möglich, das der Einfachheit halber so geschildert wird, als fände es im Laden um die Ecke statt. Der Käufer geht in das Geschäft (Online-Shop), sieht sich um und findet ein Produkt, das ihm gefällt und das er kaufen (online bestellen) möchte. Dazu zeigt der Käufer dem Händler seinen Personalausweis (elektronisches Zertifikat) und umgekehrt; nachdem beide Parteien sich von der Gültigkeit des Personalausweises des jeweils anderen überzeugt haben, wird das Geschäft durch das Unterzeichnen (elektronische Signatur) des Kaufvertrags abgeschlossen.

Leider mangelt es, wie bereits erwähnt, noch an europa- und weltweit einheitlichen rechtlichen und technischen Standards (Verschlüsselungsalgorithmen, Schlüssellängen, Datenformate für die Zertifikate,…), um die elektronische Signatur für eine große Masse verfügbar zu machen. Denkt man darüber nach, was passiert, wenn diese einheitlichen Standards zumindest innerhalb der "Europäischen Union" tatsächlich vorhanden wären, so stellt sich die Frage: "Wird man es schaffen, daß die neuen Technologien gleichzeitig in den wichtigen Unternehmen der verschiedenen Mitgliedsländer eingesetzt werden können ?". Man sollte hierbei bedenken, daß ein effektiver Online-Handel zwischen den Unternehmen innerhalb er EU nur möglich wird, wenn die EDV-Ausrüstung der Unternehmen dem aktuellen Stand der Technik entspricht und die Mitarbeiter die notwendige Kompetenz besitzen, sinnvoll damit umzugehen.

Die nächste Frage wäre dann: "Welche Auswirkungen hat es auf den europäischen Markt, wenn man es nicht schafft, die Standards rechtzeitig einzuführen ?. Eines wird jedenfalls aus den Inhalten zahlreicher IT-Nachrichten und der in Deutschland sehr rasch eingeleiteten Einführung der elektronischen Signatur und der dafür notwendigen Gesetze und Regelungen deutlich: Es wird auf europäischer und natürlich auch weltweiter Ebene daran gearbeitet, daß die elektronische Signatur für jedermann Wirklichkeit wird und damit der elektronische Handel in Schwung kommt. Man beachte in diesem Zusammenhang, daß die elektronische Signatur in Deutschland seit dem 08.08.2001 der handschriftlichen Unterschrift gleichgestellt ist und die Europäische Kommission die Anwendung des Online-Handels unterstützt.

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Man sollte aber, unabhängig davon, ob man nun den gegenwärtigen Stand oder die zukünftige Situation des Online-Handels betrachtet, nicht vergessen, daß dieser derzeit generell noch in den Kinderschuhen steckt. Es werden noch viele Anstrengungen notwendig sein, um aus dem derzeit noch von vielen argwöhnisch betrachteten virtuellen Handelsplatz "Internet" einen Ort zu schaffen, der sowohl die Anbieter als auch die Kunden zufrieden stellt. Folgende Beispiele deuten darauf hin, daß der (ausgereifte) elektronische Handel große Erfolge im Business-to-Consumer-Bereich verzeichnen könnte. Zum einen sind die früher weit verbreiteten Spielautomaten heute weitestgehend durch Computerspiele ersetzt worden und zum anderen gelang der Videotechnologie ein Siegeszug, da durch sie Kinofilme in das heimische Wohnzimmer transportiert hat. 
Die Beispiele zeigen, daß offensichtlich eine große Masse an Menschen daran interessiert ist, zuvor nur öffentlich zugängliche Unterhaltungs- und Freizeitangebote zuhause und damit privat und uneingeschränkt nutzen zu können. Auch der Ein- und Verkauf konnte bisher nur öffentlich getätigt werden und wird nun durch das Internet in das heimische Wohnzimmer transportiert. Entscheidend für den Erfolg im elektronischen Handel sind aber auf jeden Fall zielgruppengerechte Handelsplattformen, die eine einfache Geschäftsabwicklung ermöglichen und deren Betreiber in der Lage sind, die Informations- und Kommunikationstechnologien des Internet richtig zu nutzen, um dem Kunden tatsächliche Mehrwerte zu bieten, die er offline nicht haben kann.
Mit zielgruppengerechten Handelsplattformen sind übrigens Online-Shops und Marktplätze gemeint, die sich in engen Nischenmärkten mit klar definierten und engen Zielgruppen bewegen oder, wie ein amerikanischer Medienwissenschaftler unlängst feststellte: "Das Web ist kein Massenmarkt, sondern die Chance für eine Masse von Märkten.".

Abschließender Satz

Ein sehr wesentlicher Mehrwert, den der Online-Handel bietet, ist der einfache und gezielte Preis- und Leistungsvergleich (regional, national und weltweit), der eine bisher im traditionellen Handel nicht da gewesene Markttransparenz für den Verbraucher schafft. Hier geraten die Interessen von Verbraucher und Anbieter auseinander: Während für den Kunden die Markttransparenz dafür sorgt, daß er sich einfach und gezielt die besten und billigsten Angebote aussuchen kann, ist sie dem Anbieter eher ein Dorn im Auge. Dieser möchte nämlich mit Schnäppchenangeboten Neukunden locken, diese an sich binden und damit die Voraussetzung schaffen, daß diese später auch die zu Normalpreisen angebotenen Produkte aus der von ihm ausgewählten Produktpalette kaufen. Für den Anbieter ist die hohe Markttransparenz also mit dem Nachteil verbunden, daß er einem wesentlich stärkeren Wettbewerbsdruck ausgesetzt ist, für den Kunden den Mehrwert eines gut durchleuchteten Angebots und damit eine optimale Basis für einen guten Einkauf. Diese wachsende Macht der Verbraucher haben inzwischen auch die Anbieter erkannt und "wehren" sich mit Variantenvielfalt ihrer Produkte (Hersteller) oder besonderen Serviceleistungen (Händler). 

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Diskussion über das Lernen im Internet

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Buch geöffnetDiskussion

Hier werden zunächst die Vorteile und Nachteile der Aus- und Weiterbildungsdienste des Internets gegenüber den traditionellen Möglichkeiten dargelegt. Die Vor- und Nachteile sind durch ihre Reihenfolge gewichtet, das heißt, die Punkte mit hohem Gewicht werden zuerst aufgeführt, die Punkte mit geringem Gewicht folgen weiter unten. Danach werden die Vor- und Nachteile gegeneinander abgewogen und ein Fazit gezogen. Der abschließende Satz nimmt Bezug auf den Vorteil mit dem größten Gewicht.

Diskussion

Vorteile (Mehrwerte) 

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  • Das Lernen ist direkt von zuhause oder vom Arbeitsplatz aus möglich
    Die Weiterbildung und sogar das Studium erfolgt neben dem Beruf und kann, falls die Situation es erfordert, auch am Arbeitsplatz durchgeführt werden. Somit ist keine Unterbrechung der beruflichen Tätigkeit wegen der Weiterbildung oder des Fernstudiums erforderlich. Damit wäre es theoretisch möglich, daß ein Einwohner von Sylt von zuhause aus an einer Münchner Universität studiert: für einen heimatliebenden Menschen bestimmt ein unschätzbarer Vorteil. Theoretisch könnte der Student auch in seinem Betrieb studieren, wenn sein Arbeitgeber an seiner Weiterbildung interessiert ist und diese fördert. Weiterhin würde es das Platzproblem (überfüllte Hörsäle) an manchen Universitäten und Fachhochschulen lösen. 

  • Die Einteilung der Lernzeiten ist relativ frei
    Durch die Möglichkeiten des webbasierten Lernens kann die Zeit zur Durchführung der Schulungsmaßnahme frei gewählt werden. Der Lernende (Mitarbeiter) kann selbst entscheiden, wann er lernen möchte, nämlich dann wenn der Lerninhalt benötigt wird und ist nicht an feste Unterrichtszeiten gebunden. Er kann jederzeit mit seinem Lehrgang beginnen und muss nicht auf einen Kurs- oder Semesterbeginn warten. Ob er morgens, abends oder nur am Wochenende studieren will, bleibt ihm überlassen. Webbasiertes Lernen ermöglicht also einen weitestgehend zeitlich individuellen Lernstil des Lernenden. Er kann keine Unterrichtsstunden und Seminare versäumen, wenn er einmal krank oder durch sonstige Umstände verhindert ist. 

  • Die Kosten für die Weiterbildungsmaßnahme können reduziert werden
    Viele Weiterbildungsmaßnahmen, sogenannte Workshops, finden außerhalb des Unternehmens im Rahmen von Präsenzveranstaltungen statt. Das bedeutet, es muß viel Zeit und Geld für die damit verbundenen Reisekosten und Übernachtungen aufgewendet werden. Beide Faktoren dienen aber nicht der eigentlichen Sache, nämlich der Erweiterung des Wissens des jeweiligen Mitarbeiters. Mit den Möglichkeiten des webbasierten Lernens kommt der Lehrer, die anderen Lehrgangsteilnehmer für das gemeinsame Lernen und das Lehrmaterial zum Lernenden direkt nach Hause oder an den Arbeitsplatz; Zusatzkosten der oben genannten Art entfallen also und wiegen die anfallenden Onlinekosten bei weitem auf. 

  • Die so eingesparten Kosten für Räumlichkeiten der Lehrveranstaltung, Anreise und Übernachtung können zur effizienteren Wissensvermittlung und damit zur Verkürzung der Aus- oder Weiterbildungsdauer verwendet werden 

    Das kann durch folgende Möglichkeiten erreicht werden:

    • verbesserte individuelle Betreuung durch den Lehrenden
      Sehr wichtig für die Motivation ist das Gefühl, daß sich der Lehrende für den Lernerfolg des Lernenden interessiert und ihn angemessen beim Erreichen des Lernziels unterstützt. In vielen Fällen ist das in den derzeitigen Präsenzveranstaltungen aus Zeit- und Kostengründen nicht möglich. Die vorhin genannten Einsparungen könnten dazu verwendet werden, dem Lehrenden den Zeit- und Arbeitsaufwand zu bezahlen, der zusätzlich notwendig ist, um sich intensiv um den Lernerfolg jedes einzelnen Lernenden zu kümmern. Dazu gehört die Berücksichtigung des Vorwissens und des individuellen Lernstils des Lernenden genauso wie die Beratung in Fachfragen und natürlich ausführlich korrigierte und kommentierte Übungsaufgaben.

    • gemeinsames Lernen innerhalb von virtuellen Lerngruppen
      Natürlich ist das gemeinsame Lernen auch in Präsenzveranstaltungen möglich, nur eben nicht zeit- und ortsunabhängig. Außerdem können die Aktivitäten des Einzelnen beim gemeinsamen Lernen über webbasierte Kommunikationsmittel (Diskussions- und Chatforen) besser beobachtet und transparent gemacht werden. Faulenzer können sich nicht mit den Federn ihrer aktiven Gruppenmitglieder schmücken, da die Aktivitäten des Einzelnen jederzeit erkennbar sind. Gute Leistungen und kooperatives Verhalten kann von allen gesehen und in geeigneter Weise honoriert werden. Die Lernerfolge bzw. -defizite können im Vorfeld (vor einer Prüfung) erkannt und gefördert bzw. beseitigt werden. 

    • interessante, besser verständliche und motivationsfördernde Darstellung der Lerninhalte
      Durch die Möglichkeit der multimedialen Aufbereitung der Lerninhalte, das heißt durch die richtige Kombination von Texten, Graphiken, Animationen, Ton und Videos, ist eine verbesserte Wissensvermittlung gegenüber herkömmlichen Büchern gegeben, die nur Texte und Graphiken darstellen können. Dadurch werden die Lerninhalte nicht nur wesentlich interessanter, der Lernende kann die Sachverhalte auch schneller begreifen, und vor allem kann trockenes Lehrmaterial wie beispielsweise mathematische oder physikalische Formeln graphisch aufbereitet und damit leichter verständlich gestaltet werden; dies fördert natürlich auch die Motivation. Besonders wirkungsvoll zur Erklärung von komplexen Zusammenhängen ist hier die Kombination aus visueller Animation und gesprochenem Text mit der Möglichkeit, selbst in die gezeigten Abläufe einzugreifen, um beispielsweise die Reaktion eines Systems auf entsprechend veränderte Vorbedingungen zu sehen (Simulation). Dies belegen auch wissenschaftliche Untersuchungen, die gezeigt haben, daß die Lernenden 20 Prozent von dem behalten, was sie sehen, 40 % dessen, was sie sehen und hören und 70 % von dem, was sie sehen, hören und tun. Das bedeutet der Lernende muß Entscheidungen treffen, die in der Praxis tatsächlich auftreten und wird dann sofort mit den simulierten Folgen seiner Entscheidung konfrontiert. War diese falsch, was in der Lernphase eher die Regel sein wird, so kann das reale System keinen Schaden nehmen, da es nur simuliert wird. 
      Ein praktisches Beispiel hierfür wäre das Training an einer simulierten CNC-Maschine, deren reale Bedienung und die entsprechenden Ergebnisse am Bildschirm simuliert werden. Nach dem der Lernende die Vorgaben gemacht hat, was die Maschine tun soll, wird er unmittelbar nach dem Start der Simulation, mit dem Bild des virtuell gefertigten Werkstücks konfrontiert. Außerdem erhält er eine Erklärung dazu, warum das Werkstück durch die gemachten Vorgaben besonders gut gelungen ist oder fehlerhaft bearbeitet wurde. Im letzteren Fall ist es natürlich zusätzlich wichtig, das der Lernende erfährt wie er es hätte richtig machen können.

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  • Zusätzlich zum Lehrmaterial kann auch das Internet selbst in die Lehrveranstaltung mit einbezogen werden
    Da der Lernende bei der Teilnahme an der webbasierten Lehrveranstaltung obligatorisch über einen Computer mit Internetzugang verfügt, ist es einfach, das Internet selbst in die Lehrveranstaltung mit einzubeziehen. Beispielsweise können so zur Bearbeitung von Lerninhalten, Übungsaufgaben oder Projektarbeiten die verschiedenen Internetdienste und online verfügbare Quellen wie etwa Fachlexika, Wörterbücher, Enzyklopädien, Fachbücher, insbesondere Lehrbücher, (Fach)- Zeitschriften und Zeitungen zur Informationsbeschaffung verwendet werden. Zur Beantwortung spezieller Fragen, die beispielsweise während der Bearbeitung von Übungsaufgaben und den Projektarbeiten aufgetreten sind, und zum Austausch von Meinungen und Erfahrungen mit anderen Fachexperten oder -interessierten stehen geeignete Kommunikationsdienste (Diskussionsforen, Chatforen, Diskussionslisten, virtuelle Gemeinschaften) zur Verfügung.
    Die Nutzung der genannten Informations- und Kommunikationsdienste schafft weitere wesentliche Mehrwerte, nämlich Zugriff auf weltweite Informationsquellen und Kontakt zu internationalen Experten. Nicht zuletzt bieten Chats, E-Mail-Austausch oder das Lesen von anderssprachlichen Webseiten eine gute Gelegenheit, verstaubte Fremdsprachenkenntnisse wieder aufzufrischen.  

  • Die Lerninhalte können personalisiert und kostengünstig aktualisiert werden
    Mit Hilfe von Datenbanken und Lernprofilen können maßgeschneiderte Lerninhalte für den Lernenden erstellt und so die Effizienz der persönlichen Wissensvermittlung verbessert werden.
    Kursinhalte lassen sich leichter und kostengünstiger auf dem neuesten Stand halten, wenn man nur einzelne Teile davon auf einem Server aktualisieren muß, statt einen ganzen Kurs auf Datenträgern neu zu verteilen. Aufgrund der dadurch bedingten Verbesserung des Kursinhalts erhöht sich automatisch auch die Ausbildungsqualität des Lernenden. Dieser Vorteil ist gerade für die Weiterbildung von Spezialisten in Berufen, die einem rasanten technischen Fortschritt unterliegen, von großer Bedeutung. Aufgrund der vielfältigen fachlichen Anforderungen können nicht mehr alle theoretischen und praktischen Inhalte spontan von den Fachleuten beherrscht werden, wie etwa beispielsweise alle hersteller- und fachspezifischen Programmierungs- und Bussysteme in der Elektrotechnik. Vielmehr ist eine kontinuierliche Fortbildung erforderlich. Das Internet stellt hierfür sowohl die ständig aktualisierten Weiterbildungs- und Informationsmöglichkeiten als auch die Kommunikationsmittel bereit, mit denen sich die Fachleute untereinander austauschen können. 

  • Die in elektronischer Form vorliegenden Dokumente und Dateien haben wichtige Vorteile gegenüber den papiergebundenen, die für die webbasierte Aus- und Weiterbildung, wie folgt genutzt werden können:

    • Die Lerninhalte ( Übungsaufgaben, Veranstaltungshinweise,…) und natürlich auch im Internet gefundene und für das Lernen dienliche Dateien und Dokumente können in unbegrenzter Anzahl und ohne Qualitätsverlust auf einfache Art und Weise kopiert und über die Informations- und Kommunikationstechnologien des Internets die Lernenden verteilt werden. Die einfache Möglichkeit des Verteilens fördert die Kooperation, beispielsweise die gemeinsame Bearbeitung eines elektronischen Dokuments.

      Hinweis
      Dies hat natürlich nicht nur Vorteile, sondern setzt verantwortungsbewußte Anwender voraus, die das Urheberrecht beachten.

    • Die Inhalte eines elektronischen Dokuments können relativ einfach korrigiert, ergänzt und in andere Dokumente, in einem anderen Zusammenhang eingefügt und damit wiederverwendet werden ohne das der dazu notwendige Eingriff später sichtbar ist. Damit ist es möglich elektronische Lernmaterialien schnell und einfach fortlaufend zu aktualisieren und bestimmte Inhalte zu überarbeiten bzw. weiterzuentwickeln.

    • Das Lernmaterial und auch sonstige im Internet gefundene und für das Lernen dienliche Dokumente können auf den eigenen Rechner heruntergeladen und mittels entsprechenden Suchfunktionen leicht wiederauffindbar in Wissensdatenbanken gespeichert werden und dem Lernenden so als maschinelle Gedächtnishilfe dienen – natürlich können die Dokumente auch elektronisch weiterbearbeitet oder ausgedruckt werden.

    • Es ist ohne allzu großen Aufwand und Materialverbrauch möglich Ideen zu sammeln, zu verbessern um so schrittweise zu brauchbaren Erkenntnissen zu gelangen. Die einzelnen Schritte können festgehalten werden, beispielsweise dadurch, daß man sie von einem Programm mitprotokollieren läßt oder die Zwischenergebnisse separat abspeichert. Das endgültige Ergebnis kann dann mit Hilfe von entsprechenden Suchfunktionen oder über hierarchisch organisierte Kategorien für die weitere Verwendung leicht wiederauffindbar abgespeichert werden.

    • Die online verfügbaren Dokumente ermöglichen, daß mehrere Lernende gleichzeitig ein und dieselben Inhalte nutzen können, was bei papiergebundenen Büchern, Scripten oder Handzetteln nicht der Fall ist.

  • Die Anonymität bleibt gewahrt
    Wichtige Fragen, die der Lernende in einem direkten Gespräch von Angesicht zu Angesicht vielleicht für peinlich halten und aus diesem Grund nicht stellen würde, werden durch die Anonymität, die im Internet herrscht, doch ausgesprochen. Oft sind solche unausgesprochenen Fragen wichtige Brücken zum Verständnis eines Lerninhalts.

Nachteile:

  • Der direkte menschliche Kontakt zum Lehrer und zwischen den Lernenden untereinander fehlt
    Durch die Fernkommunikation vermindert sich aufgrund der fehlenden intuitiven Verständigungsmöglichkeiten durch Mimik und Gestik die Wirksamkeit des Gesprächs. Manche Sachverhalte können einfach von Angesicht zu Angesicht wesentlich schneller und einfacher geklärt werden als aus der Ferne. Für manche ist es vielleicht auch ein unangenehmer Gedanke, allein vor dem Computer zu sitzen und zu lernen.

  • Es ist didaktisch relativ schwierig, das gemeinsame Fernlernen zu moderieren und eine rege Fernkommunikation in Gang zu bringen und zu erhalten
    Dabei mangelt es häufig nicht an den technischen Möglichkeiten, sondern vor allem an didaktisch sinnvollen Konzepten, um ein gemeinsames Lernen via Internet optimal zu gestalten. Das fängt häufig schon bei umständlich zu bedienenden Lernumgebungen an, setzt sich bei der ungenügend moderierten Kommunikation seitens des Lehrenden fort und hört bei der ausschließlich maschinellen Korrektur von Übungsaufgaben auf. Das Problem mit den gähnend leeren Diskussions- und Chatforen tritt vor allem dann auf,  wenn deren Nutzung nicht mit klaren Aufgaben verbunden ist. Bei Chatforen gibt es noch eine weitere Schwierigkeit: Die Kommunikation dort ist nicht mehr zeitunabhängig und damit vor allem für jene Lernende unattraktiv, die sich neben dem Beruf weiterbilden. Ein wesentlicher Grund für die fehlenden didaktischen Konzepte dürfte sein, daß viele Lehrende selbst noch zu wenig Erfahrung mit den neuen Medien haben, um eine geeignete Unterrichtsplanung und entsprechendes Lehrmaterial hierfür entwickeln zu können. Ein anderer ist der hohe Zeitaufwand, der mit der Betreuung eines webbasierten Lehrgangs verbunden ist.

  • Das webbasierte Lernen setzt eine gewisse Netzwerkkompetenz beim Lernenden voraus
    Um überhaupt webbasiert lernen zu können, ist schon ein gewisses Maß an technischem  Vorwissen notwendig. Das reicht von Grundkenntnissen über den Umgang mit dem Computer über eine gewisse Erfahrung mit dem Internet bis hin zu praktischem Wissen darüber, wie man via Internet kommunizieren und Daten austauschen kann. 

    Lehrgang - mit Hilfe des Internets autodidaktisch lernen und Probleme lösen

     

    Gerade die Kommunikation über das Internet stellt relativ hohe Anforderungen und verlangt größtenteils ungewohnte Fertigkeiten von beiden Seiten. Vieles, was in einem direkten Gespräch selbstverständlich funktioniert, wie beispielsweise das schnelle Aufskizzieren einer Grafik zur Veranschaulichung eines Sachverhaltes oder ein Wechsel des Gesprächsthemas, sind in der internetbasierten Kommunikation schwieriger. Die neue Art der Kommunikation muss also erst erlernt werden, angefangen bei dem technischen Hintergrundwissen zur Bedienung des Kommunikationsmittels bis hin zur Umgewöhnung vom traditionellen Gespräch zur neuen Online-Kommunikation. 
    Ein anderes Problem ist die rasche Weiterentwicklung von Internet-Software und -Ressourcen, die es dem Einzelnen nahezu unmöglich macht, sein diesbezügliches Wissen auf dem aktuellen Stand zu halten. Konkret bedeutet das, daß der Lehrende oft weniger Kenntnisse in speziellen Wissensgebieten hat als die Lernenden.

  • Das webbasierte Lernen setzt eine gewisse Lernkompetenz beim Lernenden voraus
    Zusätzlich zum technischen Basiswissen sollte auch die Fähigkeit zum selbstbestimmten und selbstorganisierten Lernen vorhanden sein, über die mangels praktischer Erfahrung nur wenige verfügen. Das selbstbestimmte und selbstorganisierte Lernen stellt den Lernenden vor bisher ungekannte Freiheiten, er kann nun selbst die Entscheidung treffen, wann, wie lange und wo er lernen möchte. Das hört sich vordergründig sehr gut an, stellt aber an den Lernenden hohe Anforderungen. Er muß seinen individuellen Lernstil genau kennen und sehr selbstdiszipliniert sein. Geht man etwas tiefer, so stellt man sogar fest, das die zeitliche Freiheit vor allem was die Kommunikation mit dem Lehrenden und den anderen Lernenden anbelangt, auch beim webbasierten Lernen nicht wirklich völlig frei gewählt werden kann. Wer nach Mitternacht noch schnell einen Beitrag ins Forum schreibt, kann nicht erwarten, das binnen weniger Stunden eine Antwort erfolgt. Das bedeutet gerade im Hinblick auf die Kommunikation müssen sich die Lehrgangsteilnehmer und der Lehrende auf einen bestimmten zeitlichen Rahmen einigen.
    Neben der Selbstlernkompetenz der Lernenden, setzt das webbasierte Lernen zusätzlich eine hierfür kompetente Lehrkraft und eine Lernumgebung voraus, die es allen Beteiligten ermöglicht selbstbestimmt und selbstorganisiert zu lernen.
    Schließlich sollte man auch nicht vergessen, das es ist nicht jedermanns Sache ist, sich das jeweilige Wissen größtenteils durch Eigeninitiative anzueignen. Manche möchten oder können vielleicht nicht selbstbestimmt und selbstorganisiert lernen, sondern wollen oder müssen von einer Lehrperson konkrete Instruktionen bekommen, was sie wann tun sollen. Für diese Menschen scheidet das webbasierte Lernen als Alternative aus.

  • Durch die häufigen Computersitzungen entstehen gesundheitliche Belastung der Augen und des Rückens
    Da ein großer Teil des webbasierten Lernens vor dem Computer stattfindet, ist gerade diese Art der  Weiterbildung neben dem Beruf, wo man evtl. schon viele Stunden vor dem Rechner sitzt, eine zusätzliche Mehrbelastung.

  • Die Inhalte von Internetangeboten können im Gegensatz zu denen eines Buches sehr leicht und vor allem schnell geändert, korrigiert oder gar gelöscht werden
    Das Internet allgemein ist ein sich rasch fortentwickelndes und schnell änderndes Medium. An diesen bisher nicht vorhandenen Umstand muß sich der Einzelne erst Schritt für Schritt gewöhnen. Diese Tatsache gilt natürlich in erster Linie für jene Lehrende und Lernenden, die nicht in der Internetgeneration groß geworden sind; da das Internet jedoch erst in den letzten Jahren verstärkt genutzt wird und der Großteil derjenigen, die eine Weiterbildung benötigen, eben (noch) nicht aus dieser Generation stammt, dürfte dieses Problem einen nicht unerheblichen Personenkreis betreffen. 

  • Es können Datenschutzprobleme auftreten, da der Zugang zur Lernplattform eine Internetverbindung erfordert
    Wie bei der Nutzung der sonstigen Internetdienste können auch hier ohne geeignete Datenschutzmaßnahmen vertrauliche Daten durch unberechtigte Personen oder in das System eingeschleuste Programme (Schad- und Spionageprogramme) eingesehen, verändert oder gar zerstört werden. Dieses Problem betriff vor allem Unternehmen, deren Mitarbeiter sich vom lokalen Firmennetzwerk oder Telearbeitplatz ins Internet einwählen und die dort bereitgestellten Lernangebote für die betriebliche Aus- und Weiterbildung verwenden. Aber auch private Anwender, die vertrauliche Daten ungeschützt auf ihrem Rechner gespeichert haben, können das Ziel von Datendieben sein.

  • Die Abhängigkeit von der Technik ist sehr groß
    Fällt der Computer, die Verbindung zum Provider oder zum jeweiligen Lernplattform-Server aus, so ist für diese Zeit das Lernen gar nicht oder nur eingeschränkt möglich.

Fazit

Während die extremen Kritiker den Möglichkeiten, die webbasiertes Lernen bietet, eher mit einer ablehnenden Haltung gegenüberstehen, weil sie meinen, daß die Beschäftigung mit dem Computer zur Vernachlässigung von sozialen und motorischen Fähigkeiten, zu Vereinsamung und einseitiger Denkweise führt, sprechen die extremen Befürworter vom Untergang der traditionellen Universitäten, die von einem globalen „virtuellen“ Bildungssystem in nur wenigen Jahren abgelöst werden sollen.  Tatsache ist, daß darüber, wie sich webbasiertes Lernen und damit das Lernen am Computer auf das menschliche Verhalten und die Lernleistung auswirkt, noch wenig wissenschaftliche Untersuchungen existieren, die eine richtige Einschätzung zulassen. Meistens liegt die realistische Bewertung eines Sachverhalts irgendwo in der Mitte zwischen zwei extremen Meinungen – dies wird wahrscheinlich auch in diesem Fall so sein. 

Die wesentlichen Mehrwerte, die das webbasierte Lernen für den einzelnen schaffen kann, liegen vor allem darin, daß so zeit- und ortsunabhängig und mit einer verbesserten individuellen Betreuung sehr vielfältige Lerninhalte vermittelt werden können. Diese Mehrwerte erzwingen allerdings auch den Verzicht auf den persönlichen Kontakt zum Lehrenden und den anderen Lernenden und machen eine Fernkommunikation zur Notwendigkeit. Auf diese soll nun nachfolgend näher eingegangen werden.

Ein großer Vorteil des webbasierten Lernens ist die Verbesserung der Erreichbarkeit des Lehrers und der Lernenden untereinander durch die zeitversetzten Kommunikationsmöglichkeiten wie etwa E-Mail oder Diskussionsforen. 

Tatsache ist aber auch, daß es didaktisch schwierig ist, das gemeinsame Fernlernen zu moderieren und eine rege Fernkommunikation in Gang zu bringen und zu erhalten. Ohne konkrete Vorgaben, beispielsweise für welche Aufgaben die Diskussions- und Chatforen verwendet werden sollen, und ohne eine gut durchdachte Moderation werden diese wenig bis gar nicht genutzt. Hier besteht die große Kunst des Lehrenden darin, die über das Internet verfügbaren Informations- und Kommunikationsmittel in geeigneter Weise auf die reale Lernsituation abzubilden. Aber nicht nur an den Lehrenden werden hohe Anforderungen gestellt, sondern auch an den Lernenden. Hier wäre vor allem eine gute Lese- und Schreibfertigkeit zu nennen, die die Grundlage einer effektiven Fernkommunikation bildet. Während man die Technik meist relativ schnell erlernt, bedarf es vieler Übung, ein Problem, eine Frage oder eine Antwort verständlich und klar niederzuschreiben. 

Ferner steht fest, daß die Wirksamkeit der Fernkommunikation  geringer ist als bei einem Gespräch von Angesicht zu Angesicht, bei dem man so manche für die Verständigung wichtige Einzelheit vom Gesicht oder Körper des Gegenübers ablesen kann. Auch das rasche Erklären von Sachverhalten durch eine schnelle Handskizze oder unter Zuhilfenahme von umliegenden Gegenständen ist problematisch oder gar unmöglich. Während das letztgenannte Problem durch Videokonferenzen größtenteils lösbar ist, kann die Nähe eines Gesprächs von Angesicht zu Angesicht nicht wirklich durch technische Mittel hergestellt werden. 

Andererseits stellt sich die Frage, für welche Lernsituation es überhaupt notwendig ist, das Gespräch von Angesicht zu Angesicht exakt auf die Fernkommunikation abzubilden. Ginge es darum, zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen, so wäre es sicherlich von Vorteil, für den Austausch von Fachinformationen und -wissen ist es jedenfalls nicht zwingend notwendig. Dies bestätigt auch Prof. Dr. Heinz Mandl, Inhaber des Lehrstuhls für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie an der Ludwig-Maximilian-Universität München und einer der führenden deutschen Wissenschaftler in den Bereichen e-Learning, Wissensmanagement und problemorientiertes, selbstgesteuertes und kooperatives Lernen. Herr Prof. Dr. Mandl fand bei entsprechenden Untersuchungen heraus, daß der Wissenstransfer bei einer Videokonferenz nicht geringer ist als während eines Gesprächs von Angesicht zu Angesicht. Auch die Qualität bei der Problemlösung zeigte keine Unterschiede. 

Außerdem sollte man hierbei nicht die Probleme des direkten menschlichen Kontakts vergessen, der gleichzeitig auch der Grund für zwischenmenschliche Auseinandersetzungen sein kann. Es ist wahrscheinlich jedem schon einmal passiert, daß er einen Lehrer menschlich nicht sympathisch gefunden hat, obwohl dieser fachlich sehr kompetent war. 

Insgesamt bietet die Fernkommunikation mit den entsprechenden Technologien des Internets für den Bildungssektor und auch für viele andere Bereiche große Chancen und wird mehr und mehr an Bedeutung gewinnen – und zwar ergänzend, nicht ersetzend zum direkten Gespräch von Angesicht zu Angesicht. 

Es soll nun die Frage geklärt werden, für welche Bildungsbereiche das webbasierte Lernen besonders geeignet und wo es weniger sinnvoll ist.

Dazu soll der nachfolgende Abschnitt in folgende zwei Komponenten zerlegt werden: 

a.) Weiterbildung von Erwachsenen (Online-Lehrgänge)
b.) Ausbildung von Studenten und Schülern (Online-Studiengänge)


a.) Weiterbildung von Erwachsenen (Online-Lehrgänge)

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Viele Weiterbildungsmaßnahmen, sogenannte Workshops, finden außerhalb des Unternehmens im Rahmen von Präsenzveranstaltungen statt. Das bedeutet, es wird viel Zeit und Geld aufgewendet für die damit verbundenen Reisekosten und Übernachtungen. Beide Faktoren dienen aber nicht der eigentlichen Sache, nämlich der Erweiterung des Wissens des jeweiligen Mitarbeiters. Außerdem ist der Mitarbeiter während der Weiterbildung nicht an seinem Arbeitsplatz verfügbar, und so werden möglicherweise wichtige Arbeitsabläufe gestört. Ein weiteres massives Problem ist, daß viele dieser Workshops nur einen oder höchstens ein paar Tage dauern und in dieser kurzen Zeit gerade schwierige Lerninhalte gar nicht oder zumindest nicht nachhaltig vermittelt werden können. Die Fragen tauchen häufig erst später bei der praxisrelevanten Anwendung des gelernten Wissens auf.

Zusammenfassend ergeben sich damit folgende Nachteile: Die Weiterbildungsmaßnahmen sind zeit- und ortsabhängig und die Betreuungszeit ist meist zu kurz. Außerdem lassen diese Lehrgänge kaum Spielraum zur individuellen Betreuung des Lernenden. Diese Nachteile werden auch nicht durch die Möglichkeit wettgemacht, sich so direkt mit dem Kursleiter oder den anderen Lehrgangsteilnehmern austauschen zu können. Außerdem dürfte jedem schon von der schulischen Ausbildung her bekannt sein, wie häufig diese Möglichkeit zum direkten Austausch vor allem über fachliche Inhalte tatsächlich genutzt wird.

Ein weiteres Beispiel für das genannte Problem sind die traditionellen Fernlehrgänge, bei denen das Lehrmaterial in teurer papiergebundener Form angeboten wird und das gemeinsame Lernen vor Ort mit kostspieligen und zeitaufwendigen Anfahrtswegen verbunden ist. Ähnliches gilt für die umständliche und vor allem langsame Kommunikation per Briefpost, um beispielsweise Rückfragen zu den Übungsaufgaben zu stellen oder diese dann zur Korrektur an den Fernlehrer zu senden. 

Im Hinblick auf die Tatsache, daß viele Unternehmen durch die rasch verlaufenden Veränderungsprozesse in Technik, Wirtschaft und Produktion dazu gezwungen sind, ihre Mitarbeiter immer wieder neu zu qualifizieren, und um die vorher genannten Nachteile traditioneller Weiterbildungsangebote zu beseitigen, sind webbasierte Lehrveranstaltungen eine sehr gute Lösung. Sie ermöglichen es, die Weiterbildungsmaßnahmen möglichst kostengünstig, zeit- und ortsunabhängig in den Unternehmensprozeß einzubinden. Beispielsweise können so zig-tausend Mitarbeiter großer Unternehmen, die sich weltweit auf verschiedene Standorte verteilen, gemeinsam geschult werden. 

Grenzen der webbasierten Weiterbildung

Die webbasierte Weiterbildung ist vor allem für die berufliche Weiterbildung von Mitarbeitern geeignet, die über eine gewisse Lern- und Netzwerkkompetenz verfügen.
Weiterhin gibt es natürlich Fachbereiche, in denen eine Weiterbildung vor Ort zwingend erforderlich ist, wie etwa die praktische Einweisung in die Führung eines Fahrzeugs oder den Umgang mit einer speziellen Maschine.


b.) Ausbildung von Studenten und Schülern (Online-Studiengänge)

Derzeit kümmert sich an den Schulen ein Lehrer um viele Schüler und an den Hochschulen ein Professor um noch mehr Studenten. Das führt zwangsweise dazu, daß der Lehrende nicht auf die persönlichen Lernschwächen und die individuellen Wissenslücken des Einzelnen eingehen kann. Das Problem könnte zwar mit zusätzlichen Lehrkräften gelöst werden; deren Zeit- und Arbeitsaufwand wäre allerdings mit hohen Kosten verbunden.

Eine andere Schwierigkeit ist, daß der streng nach Lehrplan ablaufende, an feste Zeiten und Örtlichkeiten gebundene und gerade in der Technik häufig mit veralteten oder aber auch generell unnützen Lerninhalten geführte Unterricht gerade für jene Schüler und Studenten, die selbstbestimmt und selbstorganisiert lernen möchten, wenig Möglichkeiten bietet, das auch in die Praxis umzusetzen. Diese Art der Ausbildung sorgt zwar für eine rasche, aber nicht unbedingt nachhaltige Wissensvermittlung. Das genannte Lehrkonzept führt bei vielen Schülern und Studenten dazu, daß sie die Unterrichts- oder Vorlesungsstunden mehr oder weniger absitzen, den Lernstoff erst kurz vor der Prüfung lernen und die häufig praxisfernen Übungsaufgaben nach Rezept lösen. Die schon von Beginn der Grundschule an erlernte Einstellung zu Schule und Bildung setzt sich auch im darauf folgenden Besuch der Berufsschule oder dem nachfolgenden Studium für viele fort. Wenige haben gelernt, die Bildung als etwas Wertvolles zu verstehen und zu erkennen, daß diese ihnen selbst etwas bringt und sie damit auch anderen nützlich sein können. Die genannten Bildungsstätten werden so mehr oder weniger als notwendiges Übel angesehen, um den gewünschten Beruf zu erlernen. Am Ende besitzen zwar viele den Gesellenbrief oder das Hochschuldiplom, haben aber im beruflichen Alltag enorme Schwierigkeiten, noch unbekannte Probleme zu analysieren und dann geeignete Lösungsansätze zu finden.

Ein anderes Beispiel für das genannte Problem sind die traditionellen Fernstudiengänge, bei denen das Lehrmaterial in teurer papiergebundener Form angeboten wird und das gemeinsame Lernen vor Ort ist mit kostspieligen und zeitaufwendigen Anfahrtswegen verbunden. Ähnliches gilt für die umständliche und vor allem langsame Kommunikation per Briefpost um beispielsweise Rückfragen zu den Übungsaufgaben zu stellen oder diese dann zur Korrektur an den Fernlehrer zu senden. 

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Gerade für die traditionellen Fernstudiengänge bietet das webbasierte Lernen vielfältige Verbesserungs- und Ergänzungsmöglichkeiten. Die bezüglich der Präsenzschulen genannten Probleme können sicher nicht alleine durch das webbasiertes Lernen gelöst werden. Aber diese Form des Lernens könnte an der ein oder anderen geeigneten Stelle innerhalb der Ausbildung eingesetzt werden; Beispiele hierfür wären die Online-Bereitstellung von Lehrmaterial, Übungsaufgaben oder wichtigen Veranstaltungshinweisen, das ein oder andere virtuelle Seminar, das gemeinsame webbasierte Lernen auf eine wichtige Prüfung oder die aktive Teilnahme an einem relevanten Diskussionsforum zur Beantwortung einer speziellen Frage. Die großen Chancen für die zukünftige Ausbildung stecken hier vor allem in der intelligenten Kombination von virtueller und Präsenzlehre. 

Auch der praktische Einsatz des in diesem Lehrgang angewendeten didaktischen Konzepts wäre zumindest für jene Schüler und Studenten sinnvoll, denen dadurch ihre Ausbildung mehr Freude bereiten und eine nachhaltigere Wissensvermittlung ermöglicht würde. Natürlich müßte das auch im Abschlußzeugnis oder -diplom vermerkt und beispielsweise durch höhere Einstellungschancen bei Unternehmen honoriert werden.

Sehr vielversprechend sind auch multimediale, interaktive Lerntechnologien, bei denen der Anwender selbständig mit Informationen umgehen und innerhalb des Programms entsprechend aktiv werden kann. Dazu wäre als Beispiel die Simulation eines Unternehmens zu nennen, das vom Anwender durch eigene Ideen und Strategien geführt wird. Das Ergebnis bekommt er am Schluß über eine Liste präsentiert, in der die positiven und die negativen Entscheidungen diskutiert werden. Ein weiteres Beispiel sind computergestützte Simulationssysteme, mit denen Naturwissenschaftler, Ingenieure und Facharbeiter Situationen durchspielen können, die bei der realen Maschine zu erheblichen Gefahren und Schäden und somit Kosten führen würden. Dadurch können Menschen besser auf Störfälle vorbereitet werden, wodurch ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung der Sicherheit von Mensch-Maschine-Systemen geleistet werden kann.

Eine Möglichkeit, sich intensiver um den Lernerfolg des Einzelnen zu kümmern, wäre beispielsweise eine Software, die anhand der Übungsaufgaben und vor allem der Lösungen erkennt, wo die Schwachpunkte des Lernenden liegen und ihm zeigt, wo besonders intensive Übung notwendig ist, um das Lernziel zu erreichen: also ein auf den Lernenden abgestimmtes Programm, das ihn hierbei unterstützt und begleitet. Das Ganze hat zudem für den Lernenden den Vorteil, daß es ihm, egal wie ungeschickt er sich anstellt, hilfreich zur Seite steht, ohne ihn durch verletzende Worte zu demotivieren.  Der Lehrer steht dem Lernenden je nach zeitlichen Möglichkeiten natürlich zusätzlich zur Verfügung.

Grenzen der webbasierten Ausbildung

Mit Hilfe des Computers und des Internets können viele traditionelle Lernsituationen wie die Bereitstellung und Verteilung von Lernmaterial (Bücher, Scripten oder Übungsaufgaben), die Teilnahme an Seminaren und Workshops oder die gemeinsame Bearbeitung einer Gruppenaufgabe ergänzt und teilweise auch ersetzt werden. Die zwischenmenschliche Kommunikation von Angesicht zu Angesicht kann allerdings nur innerhalb einer realen Zusammenkunft von Lehrer und Lernenden stattfinden und ist zur Entwicklung der sozialen Kompetenz gerade von Heranwachsenden von großer Bedeutung. Deshalb sind Präsenzveranstaltungen zur Ausbildung vor allem von Jugendlichen und der damit verbundene direkte Kontakt zu den Mitschüler bzw. die pädagogische Zuwendung durch einen Lehrer notwendig. Eine Ausnahme bildet hier nur die webbasierte Ausbildung von Erwachsenen, beispielsweise im Rahmen eines Online-Studiengangs. Ansonsten kann das webbasierte Lernen nur ergänzend zum Präsenzunterricht, beispielsweise durch eine interaktive Abfrage des aktuellen Kenntnisstands vor der Durchführung eines Seminars oder zur zusätzlichen Nachbetreuung in moderierten Webforen, eingesetzt werden, ihn aber nicht wirklich ersetzen. 

Auch Software-Lösungen können hier nur als Hilfsmittel eingesetzt werden, um es etwa dem Lehrenden  zu ermöglichen, sich mit geringem Zeitaufwand besser und intensiver in den Lernprozess des einzelnen Lernenden einzuklinken.


Das webbasierte Lernen erfordert allerdings unabhängig davon, ob es nun zur Aus- oder Weiterbildung eingesetzt wird, einige zusätzliche Kompetenzen (Netzwerkkompetenz, Fähigkeit zum selbstbestimmten und selbstorganisierten Lernen,…), sowohl vom Lehrenden als auch vom Lernenden. 

Lehrgang - mit Hilfe des Internets autodidaktisch lernen und Probleme lösen

Eine sehr wichtige, in dieser Diskussion schon mehrmals erwähnte Fähigkeit, ist eine gute Lese- und Schreibfertigkeit des Lernenden (vom Lehrenden sollte diese vorausgesetzt werden), da nur diese eine effektive Fernkommunikation ermöglicht, beispielsweise im Rahmen einer gemeinsamen über das Internet geführten Bearbeitung einer Gruppenaufgabe. 

Eine große Herausforderung für die Lehrenden ist es, webbasierte Lernumgebungen zu schaffen, in der sich zum einen der einzelne mit einem Maximum an Handlungsspielraum und persönlicher Gestaltungsfreiheit das notwendige Wissen selbstbestimmt und selbstorganisiert aufbauen und andererseits durch die Zusammenarbeit mit den anderen Lernenden und unter der gezielten Anleitung des Lehrenden erarbeiten kann. 

Dazu gehören aber weniger aufwendige multimediale Elemente als vielmehr eine intensive und individuelle Betreuung und echtes Interesse am Lernerfolg des Lernenden, um vorhandene Wissenslücken schnell aufzudecken und zu beseitigen. 
Die große Schwierigkeit zur praktischen Umsetzung der genannten Lernumgebung für den Lehrenden ist, daß er neben soliden Basiskompetenzen im Umgang mit den neuen Medien vor allem auch über viel Zeit für die intensive und individuelle Betreuung der Lernenden verfügen muß, wobei nach dem Aufbau der notwendigsten Wissensgrundlagen im Umgang mit dem Computer und dem Internet dieses selbst hervorragend als Lernmedium zur Beschaffung von weiteren wichtigen Informationen und Kenntnissen verwendet werden kann.

Insgesamt ist also für alle Beteiligten viel Arbeit notwendig, um die Idee des webbasierten Lernens in die Praxis umzusetzen und für die kommenden Generationen zu optimieren; sei es nun die Aneignung von Basiskompetenzen im Umgang mit den neuen Medien, der Ausbau der Breitband-Internetzugänge oder die Weiterentwicklung der derzeitigen webbasierten Lernumgebungen und Autorensysteme. Was aber gerade auf diesem Gebiet durch fortlaufende Verbesserungen möglich ist, zeigt die beispiellose Entwicklung des Internets – man vergleiche hier das World Wide Web am Anfang der 90-ger Jahre und jetzt. 

Für den Einsatz des webbasierten Lernens zur Weiterbildung von Mitarbeitern innerhalb eines Unternehmens müssen die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen werden. Das bedeutet, die Unternehmen müssen Räume bereitstellen in denen innerhalb des Betriebes ein ungestörtes webbasiertes Lernen möglich ist und vor allem den Mitarbeiter darüber aufklären, welchen Nutzen ihm das webbasierte Lernen bringt, welche Anforderungen es stellt und welche entscheidende Bedeutung es nicht nur für seine Zukunft, sondern die des Unternehmens und auch für ganz Deutschland hat. Letzteres betrifft natürlich auch die Regierung und die Weiterbildungsanbieter. 

Wie weitreichend die Effektivität des Bildungssystems, zu dem auch neue Lernformen wie das webbasierte Lernen zählen, für Deutschland ist, wird klar wenn man sich die Tatsache vor Augen führt, das unser Wohlstand, aufgrund fehlender Bodenschätze, vor allem auf dem wissenschaftlichen Know how bzw. den daraus entwickelten Produkten und Dienstleistungen beruht. Um dieses Know how auf einem hohen Niveau zu halten, wird das webbasierte Lernen eine bedeutende Rolle spielen. 

Betrachtet man darüber hinaus die rasch fortschreitende Globalisierung der Welt und die damit verbundenen, unvorhersehbaren Veränderungen so wird klar, das man diesem Risiko nur vorbauen kann, in dem jeder Einzelne lernt sich möglichst schnell an die Veränderungen anzupassen, wozu ein zukunftsfähiges Bildungssystem entscheidend beitragen wird.

Abschließender Satz

Ein sehr wesentlicher Mehrwert, den das webbasierte Lernen bietet, ist das Lernen direkt von zuhause oder vom Arbeitsplatz aus. Damit werden vor allem jene Zielgruppen erreicht, für die es besonders wichtig ist, zeitlich und vor allem räumlich ungebundener lernen zu können. So ist es nicht verwunderlich, daß der Mehrwert des ortsunabhängigen Lernens vor allem innerhalb der beruflichen Weiterbildung zum Tragen kommt, denn derzeit wird noch viel Zeit und Geld für die hierfür häufig notwendigen Reisekosten und Übernachtungen der Mitarbeiter aufgewendet. Beides dient aber nicht dem eigentlichen Sinn der Weiterbildungsmaßnahme, nämlich der Erweiterung des Wissens des jeweiligen Mitarbeiters. Diese Kosten können durch webbasiertes Lernen eingespart werden und sollten im Optimalfall in die Verbesserung der bisherigen Betreuung während der Weiterbildungsmaßnahme reinvestiert werden. Nur so wird das Verbesserungspotential des webbasierten Lernens vor allem in Bezug auf die nachhaltige Wissensvermittlung tatsächlich optimal ausgeschöpft.

Webbasiertes Lernen eröffnet also die Möglichkeit, an beliebigen Orten (Arbeitsplatz, zuhause,…) und bei Bedarf (zeitunabhängig) sich das gerade benötigte Wissen anzueignen. Die zeitliche und räumliche Unabhängigkeit ermöglicht es, daß man weitestgehend selbst bestimmen kann wann, wo und mit welchem individuellen Lerntempo man lernt. Durch die Kombination von menschlicher und maschineller Lernerfolgskontrolle ist es weiterhin möglich, besser auf die individuellen Schwächen des Lernenden einzugehen und damit die Effektivität des Lernens zu verbessern. So könnte beispielsweise der aktuelle Wissensstand des Lernenden maschinell überprüft werden und gemäß den so gefundenen Wissenslücken die entsprechenden Lerninhalte zum Schließen der Lücken aus einer Datenbank herausgesucht und beispielsweise als HTML-Dokument am Bildschirm präsentiert werden.  

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Vor- und Nachteile der Kommunikationsdienste

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Buch geöffnetDiskussion

Hier werden zunächst die Vorteile und Nachteile der Kommunikationsdienste des Internets gegenüber traditionellen Kommunikationsmitteln (direktes Gespräch, Telefon, Briefaustausch) dargelegt. Die Vor- und Nachteile sind durch ihre Reihenfolge gewichtet, das heißt, die Punkte mit hohem Gewicht werden zuerst aufgeführt, die Punkte mit geringem Gewicht folgen weiter unten. Danach werden die Vor- und Nachteile gegeneinander abgewogen und ein Fazit gezogen. Der abschließende Satz nimmt Bezug auf den Vorteil mit dem größten Gewicht.

Diskussion

Vorteile (Mehrwerte)

  • Durch die große Zahl der Internet-Teilnehmer und die dadurch vorhandene Vielfalt der individuellen Interessen, gibt es zu fast jedem Themengebiet einen entsprechenden Kommunikationsdienst, in dem sich Menschen mit gleichen Zielen, Interessen und Neigungen untereinander austauschen können
    Mittlerweile existieren zigtausend Foren und Listen; die Freunde von Bonsai-Bäumen besitzen ebenso ein eigenes Forum wie Java-Programmierer. Damit ist es möglich, daß auch für Menschen mit außergewöhnlichen Interessensgebieten ein Zugang zu Gleichgesinnten geschaffen wird; ob sie diese in ihrer näheren Umgebung jemals finden würden, ist sehr zweifelhaft.
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  • Durch das Stellen einer Frage in einem Forum oder in einer Liste kann ein sehr großer Leserkreis erreicht werden
    Die gestellte Frage kann so, je nach Teilnehmerzahl, von einer großen Menge von Menschen gelesen werden, die vielleicht eine Antwort auf die gestellte Frage wissen oder mit einem ähnlichen Problem bereits zu tun hatten.
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  • Menschen können relativ unabhängig von räumlichen (von zuhause aus oder im brasilianischen Internet-Cafe) und zeitlichen (sofort oder zeitversetzt um einige Tage) Grenzen, Informationen, Meinungen und Erfahrungen über das jeweilige Themengebiet austauschen
    Der Austausch von Informationen, Meinungen und Erfahrungen über ein bestimmtes Themengebiet auf herkömmliche Weise ist an bestimmte zeitliche und geographische Grenzen gebunden. So kann beispielsweise ein direktes Gespräch von Angesicht zu Angesicht zwischen zwei Personen nur stattfinden, wenn diese zur gleichen Zeit am gleichen Ort sind. Durch die Bereitstellung moderner Informations- und Kommunikationstechniken, wird die Möglichkeit eröffnet, sich weitestgehend unabhängig von räumlichen und zeitlichen Grenzen zu informieren und miteinander zu kommunizieren.
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  • Die gesamte Kommunikation kann archiviert und bestimmte Informationen über lange Zeit hinweg, mit entsprechenden Suchfunktionen, leicht wieder gefunden werden
    In den Beitrags-Archiven der Foren und Listen kann mit den entsprechenden Suchfunktionen (Volltextsuche) gezielt nach Beiträgen gesucht werden, in denen andere Internetanwender bereits die gleichen oder zumindest ähnliche Fragen oder Probleme diskutiert haben. Die archivierten Nachrichten helfen damit nicht nur einer Person, sondern jedem der die sich die selbe Frage stellt und die betreffenden Antworten im Archiv des Diskussionsforums/der Diskussionsliste sucht und findet. Ist dies nicht der Fall, so besteht immer noch die Möglichkeit, die betreffende Frage über einen geeigneten Kommunikationsdienst zu stellen und auf eine Antwort zu warten.Die Informationen, die in einem direkten Gespräch oder per Telefon ausgetauscht werden, sind nicht archivierbar. Oft bleibt nur ein Bruchteil der gewonnenen Information tatsächlich übrig, und ein mehrmaliges Nachfragen wird häufig als unhöflich gewertet.
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  • Durch das Internet können Menschen (die, die gleiche Sprache, beispielsweise Englisch sprechen) aus aller Welt kostengünstig von zuhause aus miteinander in Kontakt treten
    So ist es beispielsweise möglich, aus nächster Nähe, etwas über das Leben und die Gesellschaft von Menschen aus den entferntesten Ländern zu erfahren.
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  • Durch den Informationsaustausch über das Internet, werden die üblichen Hierarchien, die sich innerhalb einer Gruppe bilden und die Kommunikationswege bestimmen, aufgehoben
    Die Antwort auf eine Frage wird in den Foren und Listen nach deren Inhalt beurteilt, also wie viel Wissen vom Antwortenden zum Fragenden transportiert wurde, nicht danach wie sich der Antwortende selbst darstellen kann. Hier zählt der Inhalt und nicht die Kunst des Redens und sich Gebens. Was nach einem schnellen Gespräch übrig bleibt, ist meist weniger das was gesagt wurde, sondern das Bild (Mimik, Gestik) und der Ton wie es gesagt wurde.
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  • Menschen können sich unabhängig von ihrem Aussehen oder ihrer sozialen Stellung kennen und schätzen lernen
    Beispielsweise können Singles während der Unterhaltung in einem Chatforum erfahren ob sie grundsätzlich zusammenpassen oder nicht. Nicht wenige Paare haben sich über ein Chatforum kennen und lieben gelernt.
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  • Allgemein kann die Qualität von Produkten verbessert werden
    Unternehmen können sich in den Foren und Listen über die Wünsche, Sorgen und Nöte der Anwender ihrer Produkte auf leichte Art und Weise informieren. Durch die Beobachtung der Kommunikation in den entsprechenden Foren oder Listen werden Probleme mit den Produkten oder Wünsche nach Verbesserungen und Erweiterungen schnell offenbar. Diese Informationen können direkt in die Entwicklung neuer oder in die Verbesserung bestehender Produkte einfließen, so dass das Angebot des Unternehmens permanent an den Kundenbedürfnissen ausgerichtet ist.
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  • Dank der Anonymität des Internets kann dort wesentlich freier und ungezwungener über brisante Themen diskutiert werden
    Die Diskussionsteilnehmer teilen ihre Meinung im Schutze ihres Pseudonyms in der Regel wesentlich ehrlicher und ungezwungener mit, als sie dies in einem direkten Gespräch machen würden. Somit können gewisse Diskussionen sehr lehrreich und informativ sein.
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  • Die Unterhaltung in einem Chatforum ist gegenüber dem Telefonieren relativ ruhig, da die Gesprächspartner ihre Mitteilungen tippen und nicht sprechen
    Damit wäre es gerade in Entwicklungsabteilungen ein hervorragender Ersatz für das Telefon. Ein weiterer Vorteil ist das ein Chat leicht protokolliert werden kann um wichtige Inhalte zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal nachzulesen.
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  • Die über das weltweite Computer-Netzwerk erreichbaren fremdsprachigen Diskussionsrunden oder Web-Inhalte, können als Übungsplatz, für angestaubte Sprachkenntnisse dienen

Nachteile 

  • Die Qualität der Anbieter und der Foren und Listen selbst, unterscheidet sich gewaltig, der Informationssuchende hat die Qual der Wahl 
    Während bei dem direkten Gespräch innerhalb der Familie, mit Freunden oder mit Bekannten der Kreis der Informationsgeber relativ überschaubar bleibt, ist die Zahl derer die Dienste zum Informationsaustausch über das Internet anbieten, kaum erfaßbar. Es ist ein großes Hintergrundwissen und einiges an Zeit- und Arbeitsaufwand notwendig um den geeigneten Kommunikationsdienst zu finden.Probleme bereitet den Anbietern vor allem das immense Datenaufkommen. Mittlerweile existieren zigtausend Foren und Listen mit unzähligen Diskussionen bzw. Einzelnachrichten. Die Bereitstellung dieser Dienste ist eine aufwendige, teilweise teure und auch rechtlich nicht ganz einfache Aufgabe. Kaum ein Provider bietet auf seinem Server beispielsweise alle Newsgroups an; viele sparen zusätzlich, indem sie Beiträge bereits nach kurzer Zeit wieder löschen. Manche Foren und Listen verschwinden spurlos ohne Vorankündigung, genauso wie es immer wieder passiert, daß wenige Tage alte Beiträge gelöscht werden.
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  • Gute Foren und Listen haben meist auch viele (aktive) Mitglieder, dadurch herrscht ein immenses Datenaufkommen (Relativ schwierige Suche nach informativen Beiträgen innerhalb der Foren)
    Unter wertvollen Diskussionen und informativen Antworten auf unterschiedlichste Fragen befinden sich auch jede Menge Beiträge mit sinnlosem Gelaber und irrelevante Werbebotschaften. Jeder kann antworten und der Fragende muss selbst entscheiden wie glaubwürdig die jeweilige Antwort ist. Weiterhin gibt es auch keinen Nachweis der Identität des Antwortenden, beispielsweise könnte der Anbieter eines Produkts im Schutze der Anonymität in die Rolle des Käufers schlüpfen und sein Produkt mit Etiketten versehen die es eigentlich nicht verdient. Das trennen der relevanten Beiträge von den irrelevanten, kostet gerade den ungeübten Einsteiger einen hohen Zeit- und Arbeitsaufwand.
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  • Datenschutzprobleme, falls der Diskussionsteilnehmer den richtigen Namen verwendet
    Die Inhalte der Nachrichten in den Foren und Listen können in der Regel von jedermann gelesen, archiviert und gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt erneut abgerufen und ausgewertet werden. Jeder Teilnehmer sollte daher wissen, dass seine Beiträge standardmäßig und ohne sein Zutun von kommerziellen Datensammlern erfasst und gespeichert werden.Mit Hilfe entsprechender Suchmaschinen können Datenschnüffler beispielsweise nach allen Nachrichten, die von einer bestimmten Person im Internet veröffentlicht wurden, suchen und somit ein Persönlichkeitsprofil von dem betreffenden Menschen erstellen.Grundsätzlich schafft hier eine nichtssagende E-Mail-Adresse bei einem Freemail-Anbieter Abhilfe, beispielsweise unbekannt@gmx.de. Auch den richtigen Namen müssen Sie in vielen Foren und Listen nicht preisgeben; verwenden Sie, wenn es möglich ist, ein Pseudonym. Weiterhin bleibt es jedem selbst überlassen, was er der Öffentlichkeit mitteilen will und was nicht – genau wie im realen Leben.
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  • Die rechtliche Verantwortung der Autoren für die Inhalte ihrer Nachrichten sind unklar
    Was passiert beispielsweise, wenn ein verärgerter Kunde sich unrechtmäßig über ein Produkt äußert und so das Image des Unternehmens schädigt. Hier können moderierte Foren und Listen Abhilfe schaffen, wenn ein vertrauensvoller Moderator zur Verfügung steht.
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  • Der webbasierten Kommunikation fehlt die körperliche Präsenz der Kommunikationspartner, was zu einem Mangel an Anziehungskraft und Vertrautheit durch das Nichtvorhandensein der menschlichen Körpersprache (Mimik und Gestik) führen kann
    Dieses Problem könnte jedoch durch Bild-und Tonübertragung über sogenannte Videokonferenzen entschärft werden.


    Dieser Nachteil kann aber auch ein großer Vorteil sein, denn wie oft interpretiert das Gegenüber eine Mimik oder Gestik als negative Reaktion und damit als Angriff auf seine Person. Was ist wenn wie häufig der Fall, der andere in dem jeweiligen Moment, an etwas unangenehmes gedacht hat, daß aber in Zusammenhang mit einem ganz anderen Menschen geschehen ist.
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  • Der Umgang mit den elektronischen Kommunikationsdiensten erfordert zusätzliche Kenntnisse.
    Beispielsweise sollte der Chat-Teilnehmer geübt im Umgang mit der Tastatur sein um eine flüssige Kommunikation innerhalb eines Chatforums zu ermöglichen. Um das 10-Fingersystem zu beherrschen gehört allerdings eine gehörige Portion Übung dazu, die Zeit und Geduld erfordert.

Fazit

Die effektivste Form der Informationsgewinnung ist zweifelsohne der Erfahrungsaustausch mit anderen Menschen. Sieht man sich nun die Vorteile der Kommunikationsdienste an, so kann man sicherlich sagen, das diese Mehrwerte bieten, die auf herkömmliche Art und Weise nicht bereitgestellt werden können. Angefangen von der Vielfalt der angebotenen Themengebiete und der Vielzahl der erreichbaren Menschen, über die Vorteile der raum- und zeitunabhängigen Kommunikation und der Archivierbarkeit der Diskussionen bis hin zur Möglichkeit brisante Themen in einer anonymen Umgebung zu besprechen. 

Für die Nutzung der elektronischen Kommunikationsdienste gibt es unterschiedlichste Beweggründe: Sei es nun die Suche nach Informationen, die auf herkömmlichem Wege gar nicht oder nur schwer zu beschaffen sind, die Freude anderen bei der Lösung ihrer Probleme oder beim Beantworten ihrer Fragen zu helfen oder das Spiel mit der eigenen Identität. So kann ein Junge beispielsweise ausprobieren, wie es ist, sich als Mädchen mit einem Jungen zu unterhalten, oder ein Teenager macht sich älter und kann so mit einer jungen Frau flirten. Einen großen Reiz übt offensichtlich auch auf viele die Möglichkeit aus, ihren Traumpartner über das Internet zunächst virtuell und dann bei entsprechender Sympathie real kennenzulernen. Ein weiterer interessanter Aspekt den vor allem die Anonymität des Internets ermöglicht, sind virtuelle Selbsthilfegruppen in denen Menschen mit bestimmten Problemen in Kontakt treten und sich gegenseitig helfen können. Untersuchungen und Berichte von Teilnehmern zeigen das es für viele eine große Hilfe ist, besser mit ihren Problemen fertig zu werden.

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Jedenfalls hat das Internet viele neue interessante Möglichkeiten zu bieten und stellt damit eine sinnvolle und nützliche Ergänzung zur traditionellen Verständigung dar. Auf keinen Fall sollen sich Menschen nur noch online verständigen und das wird in Zukunft auch nicht geschehen. Viel mehr werden sich die Anwender im Netz zu bestimmten Interessengruppen zusammenschließen und dort die Informationen und Erfahrungen austauschen, bei denen sie offline nicht die Möglichkeit hätten, sei es aus Zeitmangel oder schlichtweg weil ein geeigneter Gesprächspartner fehlt. Nicht haltbar sind in jedem Fall, die Meinungen von extremen Kritikern, die in den elektronischen Kommunikationsdiensten den Untergang der zwischenmenschlichen Kommunikation und die Vereinsamung des Einzelnen sehen. Viele nutzen die Kommunikationsdienste als Ergänzung zu anderen Kommunikationsformen wie dem Telefonieren oder als Freizeitbeschäftigung neben dem Fernsehen oder dem Fußballspielen und führen ansonsten ein vollkommen normales Leben, sie gehen zur Schule, zur Arbeit, beschäftigen sich mit ihrem Hobby oder gehen mit ihren Freunden aus. Natürlich gibt es auch Menschen die die Kommunikationsdienste, aber auch Hobbies oder andere Medien wie etwa Bücher oderdas Fernsehen, als Fluchtmittel verwenden um den Problemen im realen Leben zu entkommen. Diese Probleme können beispielsweise durch ihre Schüchternheit oder körperliche Auffälligkeiten wie etwa Fettleibigkeit, verursacht werden. Aber ist es nicht so das hier das Internet gerade für solche Menschen sogar eine Chance darstellt, mit anderen in Kontakt zu kommen, die soziale Isolation verlassen zu können, da sie dort wesentlich unbefangener kommunizieren können ? Während man sich im Gespräch von Angesicht zu Angesicht mit sehr vielen Aspekten der Persönlichkeit des jeweils anderen auseinandersetzen muß, entsteht bei der computergestützten Kommunikation die Sympathie allein dadurch, daß der andere etwas nettes und liebenswert schreibt oder sehr intelligent argumentiert. Ein unattraktives Äußeres könnte einen auch noch so nettgemeinten Satz schnell entwerten. Ein körperlich behinderter Mensch beispielsweise kann im Chatraum erfahren, daß er genauso behandelt wird, wie er es sich eigentlich wünscht, nämlich wie ein gesunder Zeitgenosse. Ob eine Online-Beziehung die persönliche Nähe einer Offline-Beziehung schaffen kann, bleibt jedoch anzuzweifeln. Doch wirklich enge Beziehungen werden auch in der sogenannten realen Welt immer seltener, wie die hohe Scheidungsquote beweist.

Um die Qualität der Nachrichten, die tagtäglich in die Foren und Listen gestellt werden, zu erhöhen und vor allem sinnloses Gelaber und die illegalen und jugendgefährdenden Inhalte auszufiltern, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine davon ist der moderierte Informationsaustausch, bei dem ein Moderator über Stil, Umgangston und Inhalt aller in das Forum oder die Liste gestellten Nachrichten wacht. Alle Beiträge werden zunächst an den Moderator geschickt, der diese auf ihren Nutzwert und die Erfüllung der notwendigen Qualitätskriterien hin überprüft. Erst nach dieser durchgeführten und bestandenen Prüfung wird die Nachricht in das Forum bzw. die Liste aufgenommen. Die Qualität der Nachricht würde also hauptsächlich vom jeweiligen Moderator abhängen und nicht mehr von einer Vielzahl von Teilnehmern.

Eine andere Möglichkeit ist die Einführung eines Bewertungssystems, das es ermöglicht die Qualität der Antwort auf eine Frage zu beurteilen. Die Ergebnisse der Bewertung sind für den Anwender jederzeit abrufbar. Außerdem kann der Anwender sich jederzeit über die berufliche Laufbahn und sonstige Daten des Experten informieren, womit dieser eine nachweisliche Identität hat. Um den Experten einen Anreiz zu geben Fragen möglichst ausführlich zu beantworten können diese mit Geld oder Sachwerten, aber auch durch eine Auszeichnung, honoriert werden.

Auch um bestimmte Informationen in bereits geschriebenen Beiträgen innerhalb von Diskussionsforen und -listen leichter zu finden, gäbe es Lösungen. Hier würde die Einhaltung bestimmter Verhaltensregeln durch jeden Anwender Sinn machen, beispielsweise das Vermeiden von Überflüssigem, angefangen von den oft sinnlosen Beiträgen über Entschuldigungen über die eigene Unfähigkeit bis hin zu Fragen, die gerade wenige Tage vorher schon gestellt und beantwortet wurden. Eine kurze und präzise Problembeschreibung und ein eindeutiger Nachrichtentitel erhöhen die Chance auf eine Antwort.

Eine technische Erleichterung hierzu bieten spezielle Suchmaschinen mit denen sowohl aktuelle als auch archivierte Beiträge (Titel und Text), nach Stichworten durchsucht werden können. Die Praxis zeigt das diese, häufig gar nicht oder mit einem schlechten Suchalgorithmus ausgestattet, angeboten wird.

Abschließender Satz

Die Vielfalt der im Internet angebotenen Themen bietet gerade für jene, die außergewöhnliche Ziele und Interessen oder nicht alltägliche Probleme verschiedenster Natur haben die Möglichkeit mit anderen Menschen Informationen, Erfahrungen und Meinungen auszutauschen. Damit sind die elektronischen Kommunikationsdienste, eine hervorragende Ergänzung zu den herkömmlichen Möglichkeiten der Kommunikation wie dem direkten Gespräch von Angesicht zu Angesicht, dem Telefon oder dem Briefaustausch.

Etwas was erst durch das Internet möglich wurde, ist das die Gespräche elektronisch dokumentiert werden. Alles was geschrieben wird, kann somit allen dienen, die in der Lage sind es gezielt zu finden. Vor allem aber kann man sich so auf das Geschriebene beziehen. Der Gesprächspartner kann jetzt nicht mehr sagen, das hast du aber anders gesagt. Es steht jetzt im Netz, elektronisch dokumentiert und für andere sichtbar. Einfach nur gut, sehr viel besser als vorher, wo man geschickten Rednern hoffnungslos ausgeliefert war.

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Vor- und Nachteile der Such- und Informationsdienste

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Buch geöffnetDiskussion

Hier werden zunächst die Vorteile und Nachteile der Suchmaschinen gegenüber traditionellen Kommunikationsmitteln (direktes Gespräch, Telefon, Briefaustausch) dargelegt. Die Vor- und Nachteile sind durch ihre Reihenfolge gewichtet, das heißt, die Punkte mit hohem Gewicht werden zuerst aufgeführt, die Punkte mit geringem Gewicht folgen weiter unten. Danach werden die Vor- und Nachteile gegeneinander abgewogen und ein Fazit gezogen. Der abschließende Satz nimmt Bezug auf den Vorteil mit dem größten Gewicht.

Diskussion

Vorteile der maschinellen Erfassung von Internetseiten mit Hilfe von Suchmaschinen gegenüber der manuellen Einordnung der Internetseiten in Suchkataloge: 

  • angesichts der Unmengen an Informationen, die von Menschen tagtäglich erzeugt werden, sind Suchmaschinen (die 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche arbeiten) unentbehrliche Helfer, um aus der wachsenden Informationsflut die für den Einzelnen tatsächlich relevanten Informationen zu beliebigen Themen und Fragestellungen herauszufischen

  • durch die maschinelle Erfassung (anstatt der manuellen durch Menschen) können wesentlich mehr Internetseiten pro Zeit erfasst werden 

  • durch die automatische Informationssammlung der Suchroboter ist der Datenbestand aktueller 

  • die maschinelle Erfassung der Internetseiten ist kostengünstiger

Nachteile der Suchmaschinen:

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  • Die Suchmaschinen listen im Suchergebnis trotz verfeinerter Suchanfragen viel zu viele und häufig nicht informative Internetdokumente auf; will man diese in Ruhe systematisch und online auswerten, kann das eine Menge Zeit und damit Geld kosten.

    Mögliche Gründe hierfür sind:

    • Suchmaschinen sind bisher nicht in der Lage, den Inhalt von Texten zu analysieren und inhaltsbezogen einem bestimmten Themengebiet zuzuordnen – der Begriff "Hochspannung" bedeutet beispielsweise in der Elektrotechnik das Vorhandensein einer hohen Spannung und kann beim Menschen auch im übertragenen Sinne eine höchst angespannte mentale Verfassung sein.
      Ein Anwender sucht nach Texten, Bildern oder Dokumenten, die ihn in bezug auf das ihn interessierende Sachproblem weiterbringen, also deren Aussage eine bestimmte Frage beantwortet.
      Die Suchmaschinen dagegen verzeichnen und präsentieren die Daten und Informationen nicht nach ihrem Zusammenhang, also auf der Bedeutungsebene, sondern vorwiegend nach statistischen Berechnungen von Worthäufigkeiten.

    • Die Betreiber von Websites können durch Manipulation erreichen, daß ihre Seiten bei den Suchmaschinen ganz vorne auf der Rangliste stehen und von der Suchmaschine als relevant erkannt werden, obwohl deren Inhalt mit der Suchanfrage nichts oder nur sehr wenig zu tun hat. 

    • Die Ersteller von Internetseiten sind oft nicht mit der technischen Arbeitsweise einer Suchmaschine vertraut. Dieses Verständnis ist aber unbedingt notwendig, um eine Webseite für die jeweilige Suchanfrage auffindbar zu gestalten. Viele verwenden beispielsweise nicht die Meta-Tags, um ihre Webseite zu beschreiben, obwohl diese bei vielen Suchmaschinen ein wichtiges Element zum Auswerten einer Seite sind.

    • Manche Suchmaschinenbetreiber verdienen sich ein Zubrot, indem sie sich vom Kunden für bessere Ranking-Ergebnisse für dessen Webseiten bezahlen lassen. Je weiter oben die Seite im Suchergebnis erscheint, desto mehr verdient der Suchmaschinenbetreiber. Das Problem hierbei ist vor allem, daß die Anbieter von Suchmaschinen nicht klar und für den Anwender offensichtlich zwischen redaktionellen und gekauften Ranking-Ergebnissen trennen.

  • Die einzelnen allgemeinen Suchmaschinen indizieren nur einen geringen Teil der tatsächlich im WWW vorhandenen Internetseiten.
    Dazu zählen relativ neue Seiten, Seiten, die auf tieferen Ebenen einer Website liegen, dynamisch generierte Seiten, Inhalte von kostenpflichtigen Datenbanken (z.B. Pressearchive), nicht lesbare Datenbankformate, paßwortgeschützte Seiten und Seiten hinter Firewalls.

  • Sie bergen die Gefahr der zentralen Informationsstruktur, d. h. der Anwender kann nur auf die Internetseiten zugreifen, die Suchmaschinen in ihren Datenbanken indexiert oder Suchkataloge verzeichnet haben. Sehr informationsreiche Seiten, gerade von Privatanbietern, gehen in der Menge der Seiten unter, die von den Suchmaschinen aufgelistet werden.

  • Viele Suchmaschinen bieten nur unzureichende Möglichkeiten, die Suchergebnisse weiter zu verarbeiten, wie beispielsweise die weitere Auswertung der Trefferliste in Tabellenkalkulationen. 

  • Gerade sehr kurzzeitig gültige Informationen wie etwa technische Informationen werden von den Suchmaschinen lange Zeit nach deren Veröffentlichung, als relevante Treffer ausgegeben und nicht, wie eigentlich erforderlich, aus dem Index entfernt.

  • Häufig werden Suchergebnisse schlecht präsentiert und erschweren so die Bewertung der Relevanz der Seite.

  • Viele Suchmaschinen setzen englische Sprachkenntnisse voraus.

  • Die Suchmaschinen bieten keine einheitliche Benutzerschnittstelle. 

Fazit

Tatsache ist, daß nur das Internet die Möglichkeit eröffnet, jederzeit von jedem Ort aus auf nahezu jede erdenkliche Information zuzugreifen. Somit stellt sich im Hinblick auf die unbestrittenen Vorteile der  Suchmaschinen, vor allem die Frage, wie deren Mängel beseitigt werden können. 

Der Gefahr der zentralen Informationsstruktur kann man relativ einfach durch die Nutzung verschiedener Suchmaschinen (anstatt immer der gleichen) begegnen. Wesentlich schwieriger sind dagegen die technischen Probleme zu lösen, beispielsweise das Suchmaschinen keine Zusammenhänge zwischen Informationen herstellen können – Suchmaschinen verstehen die menschliche Sprache nicht.

Praxis

Nachfolgend sollen nun einige wesentliche Probleme aktueller Suchmaschinen und mögliche Lösungen aufgezeigt werden.

  • Welche Schwierigkeiten und Lösungen gibt es beim Umgang mit Suchmaschinen seitens der Anwender ? Bildlink-Pfeil

  • Welche Schwierigkeit und Lösung gibt es beim Anmelden von Internetseiten bei Suchmaschinen seitens der Autoren ? Bildlink-Pfeil

  • Welche Schwierigkeiten und Lösungen gibt es bei der Bereitstellung von leicht bedienbaren und effektiven Suchmaschinen seitens der Suchmaschinenbetreiber ? Bildlink-Pfeil

Welche Schwierigkeiten und Lösungen gibt es beim Umgang mit Suchmaschinen seitens der Anwender ? Bildlink-Pfeil

Problem
Eine ausführliche Suchanfrage mit richtigen und korrekt verknüpften Suchbegriffen zu stellen, verlangt vom Anwender Erfahrung im Umgang mit den Abfragetechniken von Datenbanken und entsprechendes Hintergrundwissen zum Finden der richtigen Suchbegriffe . Diesen Ansprüchen kann jemand, der nur  gelegentlich nach Informationen über eine Suchmaschine sucht, kaum gerecht werden. 

Loesung
Eine per menschlicher Sprache bedienbare Suchmaschine, die sich durch eine mitdenkende Abfrageschnittstelle genauso verhält wie ein menschlicher Dialogpartner. Dabei stellt der Anwender die Fragen in natürlicher Sprache, beispielsweise "Gibt es eine Sammlung von Zitaten von Johann Wolfgang von Goethe ?".  Das Suchprogramm und der Anwender führen jetzt einen Dialog und gelangen gemeinsam durch Rückfragen zur gesuchten Information. Es wird nicht nur die Frage , sondern auch deren Zusammenhang erfaßt; damit kann die Suchmaschine sehr zielgenaue Suchergebnisse präsentieren und der Dialog zwischen Suchmaschine und Anwender entscheidend verbessert werden. 

Da diese Suche mit direkter Rückfragemöglichkeit zeitaufwendig ist und viele Anwender möglicherweise gar keine Rückfragen haben möchten, sollte der Anwender auswählen können ob er die Rückfragefunktion nutzen möchte oder nicht.

Interessante Internetadressen:

Mit Hilfe der menschlichen Suchmaschine "Webhelp.com" können die Fragen an einen menschlichen Suchexperten gerichtet werden, der dann die gewünschte Information sucht. 
Dieser Suchdienst ist eine interessante Lösung vor allem für diejenigen, die Schwierigkeiten haben einer Maschine mitzuteilen, welche Information sie benötigen. Anstatt mit einer Suchmaschine, kann man mit einem menschlichen Suchagenten per Chat und persönlicher Rückfragemöglichkeit kommunizieren.

Beispiel

Aktion 
Stellen einer Frage beim menschlichen Suchdienst Webhelp.de

Auf der Startseite von Webhelp.de ist ein Frageformular zu finden, in das man die gewünschte Frage eingibt und mit der Schaltfläche "OK" bestätigt.


Abb.  Webhelp.de  – Frage-Formular – Suchanfrage (Formulierung)


Zur weiteren Bearbeitung der Suchanfrage muss nun ein (beliebiger) Name und die E-Mail-Adresse angegeben werden, danach kann die Suchanfrage abgesendet werden.


Abb.  Webhelp.de  – Frage-Formular – Suchanfrage (Abschicken der Suchanfrage)


Resultat
Es öffnet sich nun ein Chat-Fenster, über das man mit dem menschlichen Suchexperten in Kontakt treten kann. Dazu muß man in das Eingabefenster unten den gewünschten Text eingeben, den man mit einem Klick auf die links darunter angeordnete Schaltfläche "Absenden " an den Suchgehilfen senden kann.


Abb.  Webhelp.de – Suchergebnis (Statusmeldungen zum Fortschritt der Suche)


Nach einigen Minuten erscheint automatisch im Browser die erste gefundene Internetseite, bei der es um die Sicherheit des Hyper Text Transfer Protokolls geht, das aber noch nicht die Antwort auf die gestellte Frage liefert. 


Abb.  Webhelp.de – Suchergebnis (Internetseite von Camelot.de)


Um eine neue Internetseite mit der gewünschten Antwort zu erhalten, wurde eine entsprechende Rückmeldung über das Chatfenster an den menschlichen Suchagenten gesendet.


Abb.  Webhelp.de – Suchergebnis (Statusmeldungen zum Fortschritt der Suche)


Die neue Internetseite liefert die Antwort auf die Frage, leider aber nur für einen technisch versierten Anwender, der über tieferliegende Grundkenntnisse der Techniken verfügt, die das Internet ermöglichen. Die Suche soll nun an dieser Stelle beendet werden, indem dem menschlichen Suchagenten Helmut per Chat mitgeteilt wird, das er nicht mehr weitersuchen muss. 


Abb.  Webhelp.de – Suchergebnis (Internetseite zu HTTP der FH Wolfenbuettel)


Am nächsten Tag erhielt ich eine E-Mail, in der die gesamte Suchanfrage, das Chatgespräch und die Suchergebnisse (Internetadressen der relevanten Seiten) genau protokolliert waren. Damit können Sie die gesamte Suche noch einmal langsam Revue passieren lassen.


Abb.  E-Mail Protokoll der Suche von Webhelp.de


Suchmaschinen-Spezialist EasyAsk, www.easyask.com

Arbeitet an der Entwicklung einer sprachbasierten Suchmaschine, die neben der verbalen Syntax auch den Sinn der Worte und den Kontext erfaßt.

LingoMotors, www.lingomotors.com

Das Unternehmen versucht mittels Algorithmen, die Sprache in ihrer Bedeutung aufzuschlüsseln. Die Software Qualiga von LingoMotors ist mit einem großen Wortschatz ausgerüstet, der die menschlichen Redewendungen berücksichtigt. Qualiga extrahiert die Bedeutung des Textes und sortiert Doppeldeutigkeit aus.
Der zu analysierende Text muss keineswegs ausschließlich als Suchmaschinenanfrage gestaltet sein. Nachrichtentexte, elektronische Kataloge oder generell reine Texte kommen als auswertbare Quellen in Frage.
Mehrere Module extrahieren Satzbestandteile wie Substantive, Verben, Adjektive und andere Sprachbestandteile. Sollte ein Wort nicht im Wortschatz vorhanden sein, wird Qualiga die Bedeutung aus dem Zusammenhang des gesamten Satzes in konservativer, also vorsichtiger, Weise deuten. Der zu analysierende Text kann umfangreich sein, ungeordnet und ohne grammatikalischen Zusammenhang.

Iphrase, www.iphrase.com

Die Technologie von Iphrase zum Durchsuchen von Websites verspricht einen anderen Weg, um an das Ziel zu kommen. Die Technologie ist besonders für Websites vorgesehen, die als Shops Produkte anbieten. Beispielsweise kann man nach einer bestimmten Sorte PC, beispielsweise für Multimedia-Anwendungen, suchen. Die ausgegebene Liste kann mit weiteren Fragen in natürlicher Sprache (Natural Language Search) verfeinert werden.

Eine Suchmaschine, die es ermöglicht natürlichsprachliche Suchanfragen zu stellen, findet man unter "www.askjeeves.com". 

Der Suchdienst verbindet menschliche Intelligenz (Zusammenhang zwischen Suchanfrage und Lösungsdokument herstellen) mit maschineller Rechenleistung. Das bedeutet, daß hier Lektoren Fragestellungen vorbereiten und mit den jeweils relevanten Antwortdokumenten verbinden. Dazu werden die Suchanfragen protokolliert und gegebenenfalls in den Fragekatalog des Suchdienstes aufgenommen.


Abb.  Askjeeves.com – Suchmaschine – Suchanfrage 


Loesung

Ein Programm, das den Anwender durch einen Dialog beim richtigen Formulieren einer Suchanfrage unterstützt, indem es ein Verzeichnis mit Begriffsvorschlägen rund um das eingegebene Suchwort erzeugt. Aus diesem Verzeichnis kann der Anwender die relevanten Suchbegriffe auswählen. Ist die passende Wortkombination gefunden, kann die Suche über eine herkömmliche Suchmaschine gestartet werden.

Interessante Internetadresse:

Ein Unternehmen, das sich mit dieser Technologie beschäftigt, ist Guidebeam, www.guidebeam.com.

Loesung

Grafische Aufbereitung von komplizierten Suchfunktionen wie beispielsweise der Feldsuche, wo die Feldtypen wie Text, Titel, URL, Host, Site, Domain, Image… über Auswahlfelder angeklickt werden können.

Interessante Internetadressen:

Ein solche grafische Suchschnittstelle ist beispielsweise die Profisuche von Fireball, bei der per Mausklick unter anderem vorgegeben werden kann, in welchem Bereich einer Internetseite die Suchmaschine nach bestimmten Stichwörtern suchen soll. 

In der nachfolgenden Abbildung soll sie im für Sie sichtbaren Text der Internetseite nach den Stichwörtern "Software" und "Datenbank" suchen.

Die gleichbedeutende, aber textbasierte Suchanfrage würde folgendermaßen lauten: text:(Software +Datenbank). Das "AND" in der unteren Abbildung steht für das logische UND gleichbedeutend mit dem Zeichen "+".


Abb.  Fireball.de – Suchmaschine (Profi-Suche) – Suchanfrage


Problem
Genaue Schreibweise des Suchbegriffes ist nicht bekannt. Kein Mensch kann die korrekte Schreibweise der vielfältigen technischen Begriffe, Produktbezeichnungen oder Sammelbegriffe, unter denen ein gewünschter Artikel zu finden ist, alle kennen. Jeder Online-Shop-Besitzer kann nachvollziehen, was es bedeutet, wenn seine Kunden verfügbare Waren mit der Produktsuchmaschine aufgrund schlechter Suchalgorithmen nicht finden können.
Natürlich kann es auch vorkommen das Suchbegriffe aus Unachtsamkeit falsch geschrieben werden und so im schlechtesten Fall nur die Seiten von den Autoren gefunden werden, die das betreffende Suchwort ebenfalls falsch geschrieben haben. 


Loesung 

Fehlertolerante Suche durch das Erkennen sinnverwandter Worte, die technische Bezeichnung hierfür lautet "Phonetische Analyse".  

Hinweis
Die fehlertolerante Suche darf nicht mit der Fuzzy-Suche verwechselt werden, bei der lediglich ähnlich wie der eingegebene Suchbegriff geschriebene Worte gefunden werden, deren Sinn jedoch ein völlig anderer sein kann.

Interessante Internetadresse:

SmartSpell, www.smartspell.de/smartspell/index_search_d.htm 
Smartspell errechnet aus unzähligen Alternativen die optimale Ähnlichkeit zum gesuchten Wort. Dabei ist die Logik nicht an starre Schemata wie Wortsilben, Lauteinheiten oder Wortstrings gebunden.

Unterstützte Optionen

  • Stichwort- oder Volltextsuche 

  • Schreibungstolerantes oder phonetisches Ähnlichkeitsmaß

  • Ganze Wörter oder Teilbegriffe mit Platzhalter (Trunkierung)

  • Strenger oder nachsichtiger Wortvergleich

  • Suche nach Teilwörtern von links oder rechts

  • Worte mit ähnliche Länge

Praktische Beispiele für Suchmaschinen, die mit der phonetischen Suche arbeiten:

www.witch.de/start.php,
Suchmaschine mit phonetischer Suche

Lycos Shoppingportal, www.shopping.lycos.de

Deutsche Ortsvorwahlen, www.ortsvorwahlen.de

Omikron Soft + Hardware GmbH, www.fact-finder.de/index.html

Loesung

Die Suchmaschine führt für die eingegebenen Suchbegriffe automatisch eine Rechtschreibprüfung durch. 

Hinweis
Eine englischsprachige Rechtschreibprüfung, die in allen Programmen bereitsteht, liefert die Freeware tinySpell "www.numerit.com/tinySpell". 

Google bietet im Suchergebnis Verbesserungsvorschläge an, wenn die für die Suchanfrage gefundenen Treffer unter einem vorgegebenen Grenzwert liegen. Die Verbesserungsvorschläge basieren auf ähnlichen Suchanfragen die bereits von anderen Anwendern gestellt wurden und zu einer höheren Trefferzahl geführt haben.


Problem
Oftmals ist es schwierig, geeignete sinnverwandte Suchworte zur Verfeinerung der Suche zu finden.

Loesung

Software, die den Anwender beim Formulieren der Suchworte durch alternative Begriffsvorschläge (Thesaurus) unterstützt. Die Suchmaschine schlägt verschiedene Bedeutungen für ein Wort vor. So lässt sich eingrenzen, was genau gemeint bzw. gesucht wird. 

Interessante Internetadressen:

Ein praktisches Beispiel dafür ist der Assoziator der Meta-Suchmaschine Metager, die unter www.metager.de zu erreichen ist. Sie finden den Link "Assoziator" unterhalb des Eingabefeldes für die Suchbegriffe.


Abb.  Metager.de – Assoziator – Eingabe des Suchwortes


Dazu findet der Assoziator folgende Ausdrücke rund um das Begriffsumfeld "wissensdatenbank", wobei in der Abbildung nur die ersten 5 Begriffe zu sehen sind. Über die Qualität der gefundenen Begriffe können Sie sich selbst eine Meinung bilden.


Abb.  Metager.de – Assoziator – vorgeschlagene Begriffe aus dem Begriffsumfeld des Wortes "Wissensdatenbank"


Eine andere Möglichkeit ist das die Suchmaschine, alle zum abgefragten Stichwort relevanten Suchanfragen, die bereits von anderen Suchenden gestellt wurden, auflistet. Nachfolgend finden Sie als praktisches Beispiel, das Vorschlags-Tool (http://inventory.de.overture.com/…) des Suchmaschinen-Anbieters "Overture". 

Nach der Eingabe des Stichwortes (hier treppe) werden alle relevanten Suchanfragen des vergangenen Monats aufgelistet.


Abb.  Overture.com –  Vorschlag-Tool


Oingo, www.oingo.com  
Eingrenzung über das "Pull-Down-Menü" nach der ersten Suchanfrage

www.guru.net  

Lex4 – Recherche-Dienst des Hamburger Unternehmens SERUBA GMBH www.lex4.com
Lex4 hat über eine halbe Million Einzelbegriffe zu Bedeutungs- und Themenzusammenhängen verknüpft. Die Suchenden werden vor der eigentlichen Websuche in der Auswahl ihrer Suchbegriffe unterstützt. Durch die Voranfrage werden sie schrittweise an die gesuchte Thematik herangeführt. Es werden zum Wort Zusammenhänge gebildet, der Suchbegriff wird verfeinert.

www.surfwax.com, Eingrenzung über die Schaltfläche "Focus" nach der ersten Anfrage

www.northernlight.com, bietet nach der ersten Anfrage auf der linken Seite gelb hinterlegt das Feature "Custom Search Folders" an 

Verwendung der Thesaurus-Funktion, die in vielen Office-Programmen zur Verfügung steht. Dazu brauchen Sie in der Regel nur das jeweilige Wort markieren und dann die Thesaurus-Funktion des entsprechenden Programms aufrufen.

Diese Funktion kann bei den Programmen aus dem Microsoft Office-Paket 2000 unter folgenden Befehlen aufgerufen werden:

MS Word: Menüpunkt Extras – Sprache – Thesaurus
MS Frontpage: Menüpunkt Extras – Thesaurus

Welche Schwierigkeit und Lösung gibt es beim Anmelden von Internetseiten bei Suchmaschinen seitens der Autoren ? Bildlink-Pfeil

Problem
Unzureichende technische Kenntnisse des Autors zur Beschreibung seines erstellten Internetdokuments, so daß dieses von Suchmaschinen nicht als relevant bewertet und damit auch nicht gefunden werden kann.

Um das Problem näher zu beschreiben, soll ein praktisches Beispiel dienen:

Angenommen, Sie wollen ein Internetdokument finden, das Ihnen Informationen darüber liefert, wie Sie mit einer Wissensdatenbank Informationen verwalten können. Eine mögliche, hier bewußt etwas komplexe, an die Suchmaschine Fireball (www.fireball.de) gerichtete Suchanfrage wäre folgende: titel:wissen* +text:"Informationen verwalten" 

Diese bewirkt, daß im Suchergebnis nur jene Internetseiten aufgelistet werden, bei denen im Seitentitel (titel:) der Begriff "wissen" vorkommen soll (logisches ODER) und im für Sie sichtbaren Text (text:) der Internetseite die zusammenhängenden Begriffe (Phrase) "Informationen verwalten" vorkommen müssen (logisches UND). 


Abb.  Fireball.de – Suchmaschine (Schnellsuche) – Suchanfrage 


Die Suchanfrage: titel:wissen* +text:"Informationen verwalten" lieferte einen Link zur Website von Tim Strehle, der "Allgemeine Dokumentation" studierte. Er bietet auf der gefundenen Internetseite seine Diplomarbeit zum Download an. In diesem Dokument versucht er, herauszufinden, was Sinnvolles hinter all den Phrasen um “Informationszeitalter”, “Informationsgesellschaft” und so weiter steckt und ob uns die momentane Fixierung auf den Internet-Zugang beim Umgang mit Informationen wirklich weiterbringt. 

Der Inhalt dieser Diplomarbeit war sehr interessant und lieferte wertvolle Informationen; leider wußte der Autor offensichtlich nicht ganz genau, wie die Internetseite gestaltet werden muß, so daß sie von der Suchmaschine richtig bewertet und damit vom Suchenden leicht aufzufinden ist.

Die damals gefundenen Mängel, sind mittlerweile behoben worden. Nichtsdestotrotz lohnt es dieses Beispiel weiter zu verfolgen.


Abb.  Fireball.de – Suchmaschine (Schnellsuche) – Suchergebnis (Internetseite mit dem Titel "Tim Strehle – /dokumente) 


Kurze Analyse des gefundenen Internetdokuments:

Liste einiger gravierender Mängel dieser Internetseite in Bezug auf ihre Auffindbarkeit:


  • der Seitentitel "Tim Strehle – /dokumente"
    Hätte die Suchanfrage durch ein vorangestelltes Plus (+titel:wissen*) erzwungen, daß der Suchbegriff "wissen" im Seitentitel der Internetseite vorkommen muss, so wäre das an sich relevante Dokument nicht gefunden worden. Warum ?
    Der nichtssagende Seitentitel kann vom Suchenden nicht gezielt abgefragt werden, denn wer außer jene, die den Autor persönlich kennen, sucht schon nach dem Namen Tim Strehle oder nach dem Begriff "dokumente" im Titel einer Internetseite.

  • der Autor verwendet keine Meta-Tags, um seine Seite zu beschreiben

  • die Internetadresse "http://www.strehle.de"
    Nur Unternehmen und sehr bekannte Persönlichkeiten können leicht über ihren Namen in der Domain gefunden werden. Andere sollten versuchen, in der Domain das Thema der Website zu beschreiben oder zumindest relevante Datei-  und Ordnernamen verwenden.

  • der Dateiname "index3.htm" 
    Ein weiteres Kriterium, nach dem die Suchmaschine die Relevanz eines Internetdokumentes zur gestellten Suchanfrage bewertet, ist der Dateiname der gefundenen Internetseite. Der Dateiname "index3.htm" sagt in keinster Weise etwas über den Inhalt der Seite aus. 

    Dies bewirkt außerdem einen Folgefehler bei der Bewertung der internen Links, denn wie soll die Suchmaschine anhand des Verweises "http://www.strehle.de/index3.htm" auf die Internetseite mit dem Namen "index3.htm" den Inhalt der dort befindlichen Information beurteilen.

  • keine h-Tags für die Überschriften 
    Die Suchmaschine erkennt eine Überschrift und auch deren Gewicht am H-Tag: Der h1-Tag zeugt von einer sehr wesentlichen, der h3-Tag von einer untergeordneten Überschrift.

Loesung
Der Autor einer Website informiert sich darüber, wie er diese richtig bei Suchmaschinen anmelden kann.

Hierzu gibt es zahlreiche gute Websites, die über die richtige Anmeldung bei Suchmaschinen kostenlos informieren. 

Einige gute Angebote dazu finden Sie unter folgenden Internetadressen:

www.suchmaschinentricks.de oder www.at-web.de

Auf www.rankthis.com können Web-Autoren die richtige Stichwortvergabe ausprobieren, um gegebenenfalls ihre Seiten nachzubessern. 

Welche Schwierigkeiten und Lösungen gibt es bei der Bereitstellung von leicht bedienbaren und effektiven Suchmaschinen seitens der Suchmaschinenbetreiber ? Bildlink-Pfeil

Problem
Ein allgemeines Problem vieler Suchmaschinen ist, daß sie trotz gut gewählter Suchanfragen viele irrelevanten Internetseiten im Suchergebnis auflisten.

Eine Ursache für dieses Problem ist: Jeder Anbieter einer Website verwendet seine Schlüsselwörter und definiert die Beschreibung des Inhalts seiner Site selbst. Auch die Suchenden legen ihre Suchanfragen selbst fest. Da dabei jeder eigene Werte und Gewichtungen der Schlüsselwörter festlegt, kommt es zu dem genannten Problem.

Ein praktisches Beispiel: Wenn sich ein Deutscher und ein Chinese in ihrer jeweiligen Landessprache unterhalten würden, könnte einer den anderen nur sehr schwer bis gar nicht verstehen. Würden sie aber einen gemeinsamen Standard wählen, indem sie beide Englisch sprächen, dann könnten sie problemlos Informationen austauschen. Genau dieses Problem ist auch bei der Auffindbarkeit der in Suchmaschinen indizierten Internetseiten zu finden.

Ein andere Ursache für dieses Problem ist die Manipulation von Internetseiten, um nach dem Ranking der Suchmaschine auf den vordersten Rängen im Suchergebnis zu landen.

Der Seitenersteller verwendet beispielsweise an relevanten Stellen der Internetseite häufig gebrauchte Suchbegriffe, die eigentlich nichts mit dem tatsächlichen Seiteninhalt zu tun haben. Ein Beispiel wäre die Verwendung der Begriffe "Software" oder "Hotel" an relevanten Stellen, natürlich für den Besucher der Seite unsichtbar (z. B. weiße Schrift auf weißem Hintergrund …), obwohl der wahre Inhalt in keiner Weise mit diesen Begriffen in Verbindung steht.

Loesung
Sowohl der Anbieter von Internetseiten als auch der Informationssuchende befolgen einen gemeinsamen Standard. 

Dadurch würden wesentlich genauere Recherchen mit den Suchmaschinen ermöglicht. Anhand der Meta-Daten könnte beispielsweise gezielt nach dem gewünschten Thema, der Zielgruppe, dem Autor, dem Erstellungsdatum und dem Herausgeber gesucht werden.

Schon ein grob festgelegter Standard würde das beschriebene Problem entscheidend entschärfen. 

Dieser Standard könnte wie folgt aussehen:

Alle Suchdienste nehmen nur noch Internetseiten in ihren Index auf, deren Inhalt durch Metatags beschrieben wird. Die in den Metatags angegebenen Schlüsselwörter (meta "keywords") und die allgemeine Beschreibung (meta "description") stimmen dabei mit dem Inhalt der Internetseite überein. Dies wird kurz vom Suchdienst entweder manuell oder über eine entsprechende Software-Routine überprüft. Außerdem werden die Inhalte der Meta-Tags für das Ranking hoch bewertet. 

Die Angabe von Meta-Tags ist obligatorisch für den Anbieter einer Website. Ein allgemeiner Standard zur Festlegung dieser Schlüsselwörter muss festgelegt werden. Die Seite mit einem Webforum zum Thema Pollenallergie muss beispielsweise die Schlüsselwörter Webforum, Diskussionsforum, Allergie und Pollenallergie enthalten. 

Internetseiten, die diesem Standard nicht entsprechen, können relativ schwer gefunden werden und leisten einen großen Beitrag dazu, daß die Suchergebnisse der Suchmaschinen von irrelevanten Seiten überquellen. 

Eine Erweiterung des Ganzen wäre die Einführung von sogenannten Bewertungs-Tags; diese beurteilen die Qualität einer Website und werden von der Suchmaschine ebenfalls ausgewertet.

Die genannte Methode wäre eine optimale Lösung, verlangt den Webseiten-Autoren aber einiges ab. Außerdem gibt es bereits viele Millionen Internetseiten, die dem vorher genannten Standard nicht entsprechen und bei denen es sich einfach vom Zeit- und Arbeitsaufwand nicht lohnen würde, ihn nachträglich einzuführen. Denkbar wäre allerdings ein Suchdienst, der seinen Index nur auf Internetseiten aufbaut, die diesem Standard entsprechen. Der Betreiber müßte allerdings über eine lange Durststrecke hinweg den Index aufbauen und, um diese zu überwinden, über entsprechende finanzielle Mittel verfügen.

Loesung
Die Betreiber der Suchmaschinen überprüfen die angemeldete Internetseite bzw. Website, bevor sie diese in ihren Index aufnehmen.

Das könnte ähnlich wie bei einem Verlag geschehen, bei dem das Buch vor seiner Veröffentlichung von einem Fachmann gelesen und somit eine gewisse Qualität des Inhalts sichergestellt wird. 
Zumindest aber könnte mit einer entsprechenden Software-Routine überprüft werden, ob die technischen Standards ansatzweise erfüllt sind, wie beispielsweise die Verwendung von Meta-Tags oder aussagekräftige Seitentitel.

Interessante Internetadressen:

Ein positives Beispiel für solch eine Überprüfung ist der Betreiber der Suchfibel. Stephan Karzaunikat stellt einen Suchdienst zur Verfügung, mit dem nach speziellen Suchmaschinen und Verzeichnissen für bestimmte Themengebiete gesucht werden kann. Sie finden diesen unter www.suchfibel.de.

Loesung
Überprüfung der Qualität des Inhalts der angemeldeten Seiten. Das könnte durch den Suchdienst-Betreiber, aber auch durch die Suchenden selbst geschehen.

Um die Qualität der angebotenen Internetseiten sicherzustellen und damit den Suchenden mit hochwertigen Informationen zu versorgen, wäre auch ein bezahlter Suchdienst denkbar. Beispielsweise ein geringer Monatsbeitrag berechtigt den Anwender, in Datenbanken zu suchen, in denen er vorher auf Qualität geprüfte Dokumente abrufen kann. 

Loesung
Automatische Überprüfung der Relevanz einer Internetseite in Bezug auf die gesuchte Information durch einen entsprechenden Ranking-Algorithmus. 

Der wohl effektivste und bekannteste Ranking-Algorithmus ist der patentierte "Pagerank" der allgemeinen Suchmaschine Google. Der im Prinzip eine Seite um so relevanter bewertet, je mehr Links auf diese von anderen Internetanbietern gesetzt wurden. Dies beruht im Grunde auf dem Gedanken, das ein Internetanbieter nur auf die Internetseiten verweist, die er für gut und interessant hält. Demzufolge müssen also die Internetseiten auf die viele Internetanbieter verweisen, beliebter sein, als jene auf die wenige oder niemand verweist.

Wird das Ranking allerdings ausschließlich nach der vorher beschriebenen Methode betrieben, dann würden beliebte Internetangebote (große Portale, Kataloge, Marktplätze,…) überproportional an Bedeutung gewinnen, da sie von immer mehr Internetanbietern gefunden werden, die möglicherweise auch selbst wieder auf diese Seite verweisen. Auch ist die Beliebtheit einer Seite noch kein Beweis für die tatsächliche Qualität der so vermittelten Informationen.


  Problem
Es sind gute und umfangreiche Kenntnisse notwendig, um entscheiden zu können, mit welcher Suchmaschine welche Information am ehesten gefunden werden kann. Außerdem kostet es viel Zeit und Arbeit, um die Suchergebnisse zu durchforsten und auszuwerten.

Loesung
Eine Lösung des genannten Problems könnte der Internet-Assistent "Goodi" (www.goodi.de) sein, der sein, der in einer Meldung aus der Newsletter des Internetmagazins "Internet World" kurz beschrieben wird.

Neuer Internet-Assistent "Goodi" soll interessante, individualisierte Angebote im Web finden

Internauten, die täglich nach bestimmten Informationen im Netz suchen, brauchen jetzt keine Linkliste mehr und müssen sich nicht durch den Wust der Suchmaschinen-Ergebnisse wühlen. Mit dem C.I.A. (Abkürzung für Consumer Interest Assistent) "Goodi" soll das Suchen nach bestimmten Angeboten im World Wide Web ein Ende haben. Das Browser-Plug-in, das als zwei blitzende Augen über den Bildschirm huscht, übernimmt die Arbeit. Der C.I.A. "merkt" sich individuelle Interessengebiete.

Findet Goodi relevante Angebote (während des Surfens) im Netz, öffnet sich am unteren Bildschirmrand ein Fenster mit Links und Kurzbeschreibungen der sich dahinter verbergenden Informationen. Der neue Netz-Butler soll sich durch einfache Handhabung und nutzergerechte Informationen auszeichnen.

In seiner Funktionsweise erinnert Goodi an Kenjin, eine Suchmaschine, die permanent im Hintergrund aktiv ist und überwacht, was der Surfer am PC gerade sucht. Potentielles Problem bei beiden: Mit der Zeit erarbeiten sie sehr genaue Interessenprofile ihrer Nutzer – und diese könnten in unerwünschte Hände fallen.

Eine genauere Überprüfung des genannten Internet-Assistenten ergab, daß der Anwender keinen Zugriff auf die Datenbank von Goodi hat, aus der er automatisch passende Links zum gewünschten Themengebiet erhält. Damit entfällt die systematische Suche, wie sie normalerweise mit den Suchdiensten des World Wide Web durchgeführt wird. Das bedeutet, Goodi entscheidet, wann Sie mit relevanten Informationen versorgt werden…


Problem
Eine Frage wird in der Regel vom Anwender so formuliert, daß sich deren Genauigkeit auf das individuell Wichtige reduziert; dadurch wird die Frage meist nur unzureichend genau gestellt. Die Suchmaschinen vergleichen lediglich den Inhalt der Suchanfrage mit den Inhalten der verzeichneten Internetseiten und finden nur das, was genau eingegeben wurde. Sie können die Worte aber nicht in die Beziehungen setzen, die von Menschen automatisch in Verbindung gebracht werden.

Loesung
Eine Suchmaschine mit Verstand, die Zusammenhänge begreift,  selbständig hinterfragt und hinzulernt. 

Interessante Internetadresse: 

Borgs Industries, www.borgs.com/de/mainfr.htm 
Die von Borgs Industries entwickelte GFS-Suchmaschine kennt die unterschiedlichen Bedeutungen eines Wortes bzw. kann unbekannte erlernen. Das System besteht aus der Kombination einer normalen Index-Datenbank und einer Wissensdatenbank, aus dem das System das Hintergrundwissen zu einem bestimmten Themengebiet bezieht.

Ein Auszug aus der Produktbeschreibung der GFS-Suchmaschine lautet:

  • Kinderleichte und übersichtliche Bedienung.
  • Endlich kein "Datenschrott" mehr.
  • Endlich alle Informationen.
  • Vergessen Sie zeitaufwendige Datenbank-Administrationen.
  • Machen Sie Schluß mit zeitaufwendigem Suchen nach falschen oder leeren Suchergebnissen.
  • Suchen Sie, wie Sie möchten. Die Suchmaschine ergänzt Ihre Anfrage durch kontextbezogenes Eigenwissen und trennt für Sie Relevantes von Irrelevantem.

Loesung
Verwendung einer Formatsprache, die nicht wie HTML vorrangig beschreibt, wie die Daten am Ausgabegerät dargestellt werden sollen, sondern in erster Linie was diese genau bedeuten.

Dazu gibt es das Datenformat "XML" (Xtensible Markup Language), daß die kontextbezogene Suche innerhalb eines Dokuments erlaubt, in dem es durch den  Aufbau der Tags, Attribute und Elemente, Räume für Kontextinformationen schafft, mit denen eine korrekte Deutung des wahren Dokumenteninhalts möglich ist. Suchmaschinen die den Inhalt von XML-Dokumenten durchsuchen können die Fundstellen wesentlich genauer auswerten und liefern so auf korrekte Suchanfragen sehr präzise Suchergebnisse. 

Praktisches Beispiel:

Bei der Verwendung von XML:

<gefuehl>Hochspannung</gefuehl>
<elektrotechnik>Hochspannung</elektrotechnik>

kann durch die freie Wahl der Tagnamen (ein Tag ist der Bezeichner des Containers, der die Informationen beinhaltet), der jeweilige Zusammenhang der Information genau beschrieben werden.

Dies ist bei Verwendung von HTML:

<p> hochspannung </p>

nicht möglich, und gibt einer Maschine damit nicht die Möglichkeit zu entscheiden ob es nun im jeweiligen Zusammenhang um die Beschreibung einer menschlichen Gefühlsregung oder um die Spannungsart in der Elektrotechnik geht. Für den Menschen ist das in der Regel sehr leicht zu erkennen, für die maschinelle Auswertung bereitet es enorme Schwierigkeiten.

Interessante Internetadressen:

www.w3.org/TR/xhtml1, XHTML 1.0
www.w3.org/TR/xhtml-basic, XHTML Basic


Problem
Zur Einarbeitung in die Abfragetechniken der Suchmaschine muss mühsam die oft unübersichtliche Hilfe der Suchmaschine durchforstet werden. Oft sind es nur die möglichen Suchoperatoren und deren Schreibweise, die gesucht werden. 

Loesung
Eine Suchsyntax in Kurzform, die direkt auf der Suchseite als Gedankenstütze und Schnelleinstieg verfügbar ist. Damit wird vermieden, daß häufig benötigte Inhalte zur Bedienung der Suchmaschine nicht immer wieder erneut mühsam aus den teilweise umfangreichen Hilfe-Seiten herausgefischt werden müssen. 

Interessante Internetadresse:  

at-web.de www.at-web.de Rubrik: Suchboards


Problem
Die bisherigen Erfassungs-Technologien beruhen darauf, dass die Informationen von Spidern eingesammelt werden. Die meisten Datenerfasser (Spider, Robots, Crawler) der Suchmaschinen können weder PDF-, Postscript- und Multimedia-Dateien noch dynamische Inhalte, die von Datenbanken erzeugt werden, einsammeln, um sie in entsprechenden Datenbanken zu verzeichnen. Der Grund, warum die von Datenbanken generierten Seiten von den Spidern ignoriert werden, liegt darin, daß die Betreiber von Suchmaschinen ein möglichst breitgefächertes Angebot an verschiedenen Websites anbieten möchten und ihren Index nicht mit wenigen Websites, die zigtausend von Datenbanken erstellte Seiten enthalten, überfrachten möchten.

Damit kann auf einen bedeutenden Schatz an Informationen nicht zugegriffen werden, da der Anwender über Suchmaschinen nur die Daten und Informationen  finden kann, die diese in ihren Datenbanken verzeichnet hat. Weiterhin erhalten gerade die von Datenbanken generierten Internetseiten brandaktuelle Informationen, da die Inhalte der Internetangebote mit statischen Seiten nicht wirtschaftlich gepflegt werden könnten.

In einer von BrightPlanet durchgeführten Studie ergaben sich interessante Erkenntnisse:

– Es existieren mehr als 100 000 Deep Websites
– 60 der größten Deep Websites enthalten zusammen mehr als 750 Terabyte an Informationen, eine Menge, die das visible Web um mehr als 40 mal übersteigt
– Das Deep Web ist die am schnellsten wachsende Kategorie im Web.
– Die gesamte Qualität des Deep Web ist 1000 bis 2000 mal größer als der Durchschnitt normaler Webseiten.
– Mehr als die Hälfte des Deep Web hat den Inhalt in themenspezifischen Datenbanken angesiedelt.
– Über 95% des Deep Web sind für die Öffentlichkeit zugänglich, ohne dass Gebühren entrichtet werden müssten.

Loesung
Ein spezieller Suchagent, der auf dem Rechner des Anwenders installiert wird und mit dessen Hilfe diese Datenbanken abgefragt werden können. 

Natürlich können diese datenbankgenerierten Seiten bzw. die Websites, denen sie entstammen, auch über die von menschlichen Redakteuren gepflegten Suchkataloge erreicht werden.

Interessante Internetadressen:

BrightPlanet (www.completeplanet.com) hat eine Meta-Suchtechnik entwickelt, mit der sich auch das unsichtbare Web (Deep Web) durchforsten läßt. Das komplette Verzeichnis der Datenbanken (ca. 90 000 an der Zahl) ist bei Complete Planet durchsuchbar. 

der Suchagent LexiBot, www.lexibot.com 
Die von Lexibot abgefragten Datenquellen sind im wesentlichen amerikanische oder Dienste, die in den USA ihre Wurzeln haben. Viele länderspezifische Quellen wie Wörterbücher oder Lexika sind gar nicht enthalten. Das tatsächliche, für den normalen Nutzer ohne Benutzung des Suchagenten erreichbare Web wird also weitaus größer sein.

Suche mit einem Suchdienst, der nur spezielle Datenbanken und Verzeichnisse zum Abruf anbietet. 

Deutschsprachige Suchdienste:

Suchfibel.de
www.suchfibel.de/suchmaschinen
Klug-suchen.de
www.klug-suchen.de
Suchfind-spezial.de
www.suchfind-spezial.de
Search.de
www.search.de
 
Inforunner.de
http://inforunner.de
Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg
http://www.bsz-bw.de/index.html
Infobote.de
www.infobote.de
Suchbuch.de
www.suchbuch.de
Internet-Datenbanken.de
www.internet-datenbanken.de
Universität Marburg
www.uni-marburg.de/archivschule/deuarch.html
http://my.bawue.de/~hanacek/lektionen/darchive.htm

Englischsprachige Suchdienste:

Completeplanet.com
www.completeplanet.com
Cnet.com
http://search.cnet.com
Beaucoup.com
www.beaucoup.com
Invisibleweb.com
www.invisibleweb.com
Lycos
http://dir.lycos.com/Reference/Searchable_Databases  
Webdata.com
www.webdata.com/webdata.htm   


  Problem
Bei vielen Suchmaschinen sind die Treffer im Suchergebnis nur unzureichend beschrieben, so daß es schwierig ist, die Relevanz einer Internetseite nur über das Suchergebnis zu bewerten. Der meist notwendige manuelle Aufruf der betreffenden Internetseiten und das anschließende Betrachten ist mit einem relativ hohen Arbeits- und Zeitaufwand verbunden.

Loesung
Der Suchdienst stellt aussagekräftige Beschreibungen zur Bewertung der gefundenen Internetseite zur Verfügung. Damit kann der Anwender fundierte Entscheidungen darüber treffen, ob sich die Verfolgung eines Links lohnt oder nicht. Weiterhin bietet er die Möglichkeit einer automatischen Führung durch die relevanten Ergebnisseiten an.  

Interessante Internetadressen:

Der französische Software-Hersteller "Kartoo", stellt unter "www.kartoo.com" eine Meta-Suchmaschine bereit, bei der die Treffer grafisch angezeigt werden.

Beispiel

Nach der Eingabe der Suchanfrage, der räumlichen Einschränkung der Suchergebnisse (Option "deutsche Seiten") und dem Starten der Suchmaschine, erscheint nicht wie gewohnt eine Trefferliste in Textform, sondern ein Bild mit unterschiedlich großen Dokumenten.


Abb.  Kartoo.com – Meta-Suchmaschine – Suchanfrage 


Die Relevanz der Treffer, wird über die Größe des Dokuments ausgedrückt. Je größer das Dokument, umso höher die Relevanz zur Suchanfrage. Zu jedem Treffer wird die Internetadresse und falls vorhanden zur Suchanfrage passende Schlüsselbegriffe angezeigt. 

Im linken Rahmen werden in der Rubrik "Themen" die Schlüsselbegriffe zur aktuellen Suche und in der Rubrik "Häufige Suche" die Schlüsselbegriffe zu häufig gestellten Suchanfragen aufgelistet.
Im rechten Rahmen findet man neben weiteren Funktionseinheiten der Suchmaschine, eine nach Relevanz geordnete Liste der Internetadressen, der gefundenen Internetdokumente.


Abb.  Kartoo.com – Meta-Suchmaschine – Suchergebnis 


Positioniert man den Maus-Cursor auf dem Treffer, so hat dies folgende Auswirkungen:

  • die Dokumenten-Grafik ändert ihre Farbe
  • die thematischen Verbindungen des Treffers mit anderen gefundenen Internetdokumenten werden in Form von gelben Linien angezeigt
  • im linken Rahmen erscheint das Textumfeld, in dem die in der Suchanfrage verwendeten Suchwörter im betreffenden Internetdokument vorkommen

Das gefundene Internetdokument kann mit einem Mausklick auf die jeweilige Dokumenten-Grafik angezeigt werden. Mit einem Klick auf den jeweiligen Schlüsselbegriff kann dieser zur weiteren Suche in die alte Suchanfrage integriert werden.


Abb.  Kartoo.com – Meta-Suchmaschine – Suchergebnis – Trefferauswahl 


Eine weiter sehr interessante Möglichkeit ist die sogenannte Clustering-Suche, bei der thematisch verwandte Seiten unter entsprechenden Schlüsselbegriffen (Kategorien) zusammengefaßt werden. Dies hat den Vorteil, daß die Internetdokumente, ähnlich wie in einem Suchkatalog nach ihrem thematischen Zusammenhang ausgewählt werden können. 

Eine solche Clustering-Suche (Document Clustering), wird beispielsweise von der Meta-Suchmaschine Vivisimo (www.vivisimo.com) bereitgestellt.


Abb.  Vivisimo.com – Meta-Suchmaschine – Suchergebnis 


Aussagekräftige Beschreibungen der gefundenen Internetseite finden Sie beispielsweise bei der Suchmaschine Fireball (www.fireball.de).

Der Google Viewer (http://labs.google.com/gviewer.html) scrollt sich automatisch durch die Ergebnisliste, dazu läuft gleichzeitig eine Diashow aus den gespeicherten Screenshots der gefundenen Seiten ab. 

Die Webquotes-Funktion (http://labs.google.com/cgi-bin/webquotes) liefert zu jeder Ergebnisseite weitere Seiten, die wiederum die Ergebnisseite kommentieren.

Popout Prism (www.parc.com/…) von PARC-Solutions stellt die gefundenen Internetseiten als Thumbnails (verkleinerte Bilder) dar, in denen die Suchworte deutlich hervorgehoben werden. Dadurch sieht man sofort welcher Suchbegriff, wie oft und an welcher Stelle (Hauptmenü, Überschrift, im normalen Text,…) auf der gefundenen Internetseite vorkommt. Darüber hinaus läßt sich durch eine genauere Betrachtung der markierten Textstellen grob herausfinden, in welchem Zusammenhang das Suchwort im Internetdokument verwendet wird.


Abb.  Parc.com – Popout Prism 


http://map.net, stellt die Suchergebnisse als 2D oder 3D-Karte dar, im 3D-Modus erscheinen die Link-Ergebnisse als Gebäude. Ihre Größe hängt davon ab, wie viele Anwender die Seiten besucht haben und wie sie aufeinander verweisen.

Robocast, www.robocast.com
Dogpile, www.dogpile.com
Go2net, www.go2net.com 

Automatische Führungen durch die Ergebnisseiten der Suchmaschine, die jeweils eine bestimmte manuell bestimmbare Zeit angezeigt werden. 


Problem
Die Suchmaschinen liefern keine Rückmeldung, ob ein Suchoperator zum Verknüpfen der Suchbegriffe oder das Suchwort selbst fehlerhaft eingegeben wurde. Damit kann der Anwender nicht direkt erkennen, warum kein oder ein falsches Suchergebnis ausgegeben wurde.

Loesung
Die Suchmaschine informiert den Anwender bei falschen Eingaben von Suchoperatoren (Syntaxfehler) oder Suchbegriffen durch entsprechende Hinweise und schlägt ihm notwendige Korrekturen vor.

Ein Ansatz dazu ist auf dem Internetangebot des Bibliotheksverbunds Bayern (http://www-opac.bib-bvb.de) zu finden. Falls dort mit der Suchmaschine keine Treffer zu einer Suchanfrage gefunden wurden, bekommen Sie den unten abgebildeten Hinweis.


Abb.  Bibliotheksverbund Bayern – Die häufigsten Suchfehler


Problem
Ein Vorteil des Internets gegenüber den herkömmlichen Informationsmedien sollte eigentlich der sein, daß jede Art von Information jederzeit und überall griffbereit zur Verfügung steht. Dazu bieten viele Suchdienst-Anbieter auf ihren Suchseiten aber das ganze Informationsspektrum an; damit ist der Anwender, der an Informationen zu einem bestimmten Themengebiet interessiert ist, gezwungen, sich zunächst einen meist nicht einfachen Weg durch den Informationsdschungel auf die Einstiegsseiten der für sein Themengebiet relevanten Suchmaschinen zu bahnen. 

Loesung
Eine personalisierte Suchmaschine, die vom Betreiber des Suchdienstes oder dem Anwender anhand seiner Interessengebiete selbst zusammengestellt wird.

Interessante Internetadressen :

An der Umsetzung dieser Idee arbeitet das Regionale Rechenzentrum Niedersachsen (RRZN) und das Lehrgebiet Rechnernetze und Verteilte Systeme (RVS) der Uni Hannover im Rahmen eines Teilprojekts der DFN-Expo (www.dfn-expo.de).

Personalisierte Suchmaschinen, die vom Anwender anhand seiner Interessengebiete selbst zusammengestellt werden können, finden Sie unter:

mein Lycos, www.lycos.de
My Yahoo, http://edit.my.yahoo.com/config/login
Your Personal Excite, www.excite.com/
Personalize Search, www.search.com/…

Die prinzipielle Funktionsweise ist bei allen Suchdiensten ähnlich: Man gibt sein persönliches Interessenprofil an, entweder schriftlich oder durch das manuelle Zusammenstellen eines auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmten Angebots aus der gesamten Themenpalette. Beispielsweise zum umfangreichen Thema Wirtschaft nur die Rubrik "Börseninfos", dazu den regionalen Wetterdienst, die regionalen Veranstaltungshinweise und wichtige Links. Die vorher ausgewählten Informationen erscheinen dann auf der personalisierten Webseite, die dann beispielsweise als Startseite im Browser konfiguriert werden kann. Bei jeder Neueinwahl wird diese dann automatisch als erste Internetseite auf Ihren Rechner heruntergeladen und im Browserfenster angezeigt. Damit besitzen Sie Ihre persönliche Einstiegsseite ins Internet, von der aus Sie zu anderen Angeboten im Web verzweigen können.


Problem
Vorangegangene Suchanfragen werden nicht gespeichert und sind somit zur späteren Einsicht, beispielsweise zur Verfeinerung einer Suchanfrage, nicht mehr verfügbar.

Loesung
Die Suchmaschine speichert alle Suchanfragen anonym ab (Datenschutz) und stellt sie dem Anwender beispielsweise über ein Pop-Up-Menü sortiert und leicht erreichbar zur Verfügung. Damit kann durch das erneute Ansehen vorangegangener Suchanfragen die zielstrebige Suche erleichtert werden, denn auch bei der x-ten Neuformulierung seiner Suchanfrage kann er feststellen, wie die erste gelautet hat, und entsprechende logische Schlussfolgerungen ziehen. Noch besser wäre, wenn zur jeweiligen Suchanfrage wesentliche Inhalte des Suchergebnisses angegeben würden, wie beispielsweise die Trefferzahl und Worthäufigkeiten.

Eine Möglichkeit, leichter zwischen der Suchanfrage und einzelnen Treffern des Suchergebnisses hin- und her zu navigieren, bietet beispielsweise die Navigationshilfe iLOR. 

Wird der Mauszeiger über einen Treffer des Suchergebnisses bewegt (OnMouseOver-Ereignis), dann taucht ein JavaScript-Menü auf. In diesem Menü stehen zumindest für Anwender des Internet Explorers vier Funktionen zur Verfügung:

Put in my List öffnet ein Popup-Fenster, in dem einzelne Links aus den Ergebnissen gesammelt werden können. Diese Auswahlliste kann im Internet Explorer als Favorit gespeichert oder per E-Mail verschickt werden.

Go now – anchor here öffnet die angezeigte Seite, gleichzeitig jedoch auch ein kleines Popup-Fenster, das nur einen Link enthält. Wird er angeklickt, kommt man zu der Seite mit den iLOR-Ergebnissen zurück.

Open In Task Bar öffnet zwar ein Fenster mit dem Ergebnis, dieses öffnet sich jedoch nicht im Vordergrund. Auf dem Bildschirm bleibt weiter das Ergebnisfenster zu sehen.

Open In New Window ist die Funktion, die man bei allen gängigen Browsern ohnehin über die rechte Maustaste erreicht: Das Ergebnis wird in einem neuen Fenster im Vordergrund geöffnet.

Mehr dazu erfahren Sie unter www.ilor.com

Interessante Internetadressen:

Der lokale Suchagent Copernic www.copernic.com.
Siehe hierzu auch die Lektionseinheit: Informationssuche mit allgemeinen Suchdiensten und dort den Abschnitt: Suchagenten.

Die Suchmaschine Altavista www.altavista.de und dort die Funktion "Meine Suchabfragen".

Abschließender Satz:

Der Vorteil, das man jederzeit und ortsunabhängig mittels eines beliebigen Rechners mit Internetzugang auf nahezu jede erdenkliche Information zugreifen kann, kommt allen Menschen zugute, die gerne denken, lernen und kreativ sind. Früher mußten diese Menschen in der Regel auf viele nur mit hohem Zeit- und Kostenaufwand zu beschaffende Informationen, verzichten und mit den daraus resultierenden Wissenslücken leben. Dieser Nachteil, der früher vor allem für kleine und auch mittlere Unternehmen sehr schwerwiegende Folgen hatte, wird durch den mit Hilfe des Internets stark verbesserten Zugang zu Informationen wesentlich entschärft.  

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